Darum gehts
- Mindestens 165 Tote durch Sturzfluten in Nepals Rasuwa-Region nahe Tibet
- Hunderte Touristen werden vermisst
- Grösstes Unglück seit Erdbeben 2015
Bist du in Nepal und von den Überschwemmungen betroffen?
Nahe eines beliebten Wandergebietes in der nepalesischen Region Rasuwa ist es zu verheerenden Überschwemmungen gekommen. Bist du derzeit selbst in Nepal oder im betroffenen Gebiet? Melde dich bei uns schriftlich oder telefonisch per Whatsapp auf die Nummer 079 813 8041 oder via Mail an redaktion@blick.ch.
Noch keine Meldung zu vermissten oder toten Schweizern
Unter den über 1300 Vermissten befinden sich laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters über 400 ausländische Staatsangehörige. Unter anderem werden 47 Personen aus den USA, 33 Menschen aus Grossbritannien und 34 Personen aus Australien vermisst. Die «Bild» schreibt ausserdem von acht verschwundenen Touristen aus Deutschland.
Dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA liegen Stand Donnerstagmorgen keine Informationen über Schweizer Opfer oder Vermisste vor. Das bestätigt die Behörde auf Anfrage von Blick.
Zahl der Vermissten steigt massiv auf über 1300 an
Bereits am frühen Donnerstagmorgen meldete China, dass die Zahl der Vermissten nach der Schlammlawine in Tibet auf über 550 angestiegen ist. Jetzt gibt es hierzu auch Neuigkeiten aus Nepal. Dort melden die Behörden nun mehr als 820 verschwundene Personen. Die Gesamtanzahl der Vermissten steigt damit auf über 1300 Menschen, darunter wohl mehr als 500 Touristen.
Trümmer in Fluss könnten neues Hochwasser auslösen
Steht Nepal bereits die nächste Katastrophe bevor? Das Internationale Zentrum für Integrierte Berglandentwicklung hat am Donnerstagmorgen einen Bericht zu den aktuellen Sturzfluten veröffentlicht. Die Experten warnen darin vor einem möglichen zweiten Hochwasserereignis.
Wie die BBC berichtet, befinden sich momentan enorm viele Trümmer im Trishuli-Fluss nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu. Das Gewässer könnte sogar an einigen Stellen blockiert sein. Sollte dies der Fall sein, bestehe die Gefahr, dass sich ein Erdrutschstau bildet und es zu einer erneuten Überschwemmung kommt. Die Behörden vor Ort behalten die Lage im Auge.
Zahl der Vermissten in China steigt auf 558
Die Zahl der Vermissten in China ist nach der Schlammlawine auf 558 gestiegen, wie der staatliche chinesische Fernsehsender CCTV am Donnerstagmorgen berichtet.
Darunter sollen sich 260 ausländische Staatsangehörige befinden. Der betroffene Grenzübergang bei Gyirong ist der wichtigste Durchgangsort zwischen Tibet und Nepal für Touristen, schreibt die britische BBC.
Die USA senden 500'000 Dollar und einen Berater
Nach der Flutkatastrophe werden 47 US-amerikanische Touristen vermisst. Nun schicken die USA Hilfe in die betroffene Region. Wie der Sender CNN berichtet, entsendet das Aussenministerium einen Berater für Katastrophenhilfe nach Nepal und stellt 500'000 Dollar an Hilfsgeldern bereit.
Laut dem US-Aussenministerium dient das Geld der Bereitstellung von Notunterkünften und der Wiederherstellung der Wasserversorgung in den betroffenen Gemeinden.
Rettungskräfte suchen in der Nacht nach Vermissten
Die Rettungsmassnahmen werden in der Nacht fortgesetzt, wie der nepalesische Premierminister Balen Shah (36) auf Facebook schreibt.
Viele Betroffene sollen demnach am Donnerstagmorgen per Helikopter evakuiert werden. Die Rettungskräfte versuchen zudem, Menschen zu retten, die in Tunneln eingeschlossen sind.
Einsatzkräfte bergen immer mehr Leichen
Die nepalesische Polizei gibt ein neues Update zu den gemeldeten Todesfällen heraus. Stand Mittwochabend wurden bereits 157 Todesopfer gefunden. Wie viele verletzt in den Spitälern liegen und ihr Zuhause verloren haben, ist noch unklar.
Durch die Sturzflut zwischen Nepal und Tibet sind auch in Tibet bisher drei Personen ums Leben gekommen. Es werden auch dort noch 256 Menschen vermisst.
Wie BBC schreibt, wurden mehrere Such- und Rettungstrupps ins Krisengebiet entsandt. Sie sollen unter anderem Hilfsgüter verteilen und aber auch weitere Todesfälle erfassen. Weiter wurde eine Hundestaffel und Drohnen mobilisiert.
Unter den vermissten Touristen befinden sich auch viele amerikanische Staatsbürger. «Für die Trump-Regierung hat die Sicherheit der Amerikaner höchste Priorität», sagte ein Sprecher des US-Aussenministeriums gegenüber der BBC. Man würde die Situation «genau verfolgen», liess er verlauten. Nach aktuellsten Erkenntnissen befinden sich 54 amerikanische Reisende unter den Vermissten.
Zahl der Vermissten steigt
Wie die nepalesischen Behörden mitteilen, steigt auch die Anzahl vermisster Touristinnen und Wanderer. Inzwischen sei die Zahl vermisster Personen auf 579 gestiegen sein. Bei den Menschen handelt es sich um Personen aus 28 verschiedenen Ländern.
Noch immer retten Einsatzkräfte Menschen aus den Fluten und eingestürzten Häusern.
Nepal-Reisende aus der Schweiz bei EDA registriert
Wie das EDA am Nachmittag schreibt, sind in Nepal rund 20 reisende Personen aus der Schweiz registriert. Weiter sind im Auslandschweizerregister rund 120 Personen angemeldet.
«Es können keine Angaben dazu gemacht werden, wie viele Personen sich aktuell in der betroffenen Region aufhalten», so EDA-Mediensprecher Jonas Montani. Über Opfer mit Schweizer Staatsangehörigkeit liegen nach wie vor keine Informationen vor.
Premierminister bestätigt 95 Todesopfer
Die Zahl der Todesopfer scheint minütlich zu steigen. Nun informiert die nepalesische Polizei, dass bereits 95 Todesopfer bestätigt sind. Der Premierminister von Nepal bestätigt diese Zahl.
Eine verheerende Sturzflut hat in Nepal viele Todesopfer gefordert und massive Schäden an Strassen, Brücken und Wasserkraftwerken verursacht. Das Unglück ereignete sich in der Region Rasuwa nahe der Grenze zu Tibet, wie Behörden am Mittwoch mitteilten. Der Fluss Bhotekoshi trat aufgrund der Überschwemmungen über seine Ufer hinaus. Die heftigen Sturzfluten und Schlammlawinen zerstörten Dörfer und Infrastruktur entlang des Flusses. Laut dem Distriktverwalter Narendra Pariyar ist mit weiteren Opfern und grossen Sachschäden zu rechnen, wie er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte.
Auch viele Sicherheitskräfte und Helfer werden vermisst, wie Nepal News berichtet. Weiter berichtet das Nachrichtenportal Nepal Views von mindestens 400 vermissten Touristen und Wanderern. Nach Angaben des nepalesischen Tourismusverbandes sind darunter Menschen aus 28 Staaten.
Auch auf der tibetischen Seite meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua «schwere Verluste» in Gyirong, einer grenznahen Region. Dort verursachte ein Murgang den Abbruch der Verkehrsverbindung sowie Störungen bei Strom- und Kommunikationsleitungen. Chinas Präsident Xi Jinping forderte «alle Anstrengungen», um Vermisste zu finden, und rief zu verstärkter Überwachung und Frühwarnsystemen auf, um weitere Katastrophen zu vermeiden.
Helikopter können wegen der Überschwemmungen nicht landen
Die Rettungsarbeiten in Nepal werden durch die hohen Wasserstände erschwert, da Helikopter in den überfluteten Gebieten Syapru Besi und Timure nicht landen können. «Es kam ganz plötzlich», berichtete ein Augenzeuge der Plattform Onlinekhabar. «Wir hörten ein lautes Geräusch, wie bei einem Vulkanausbruch. Die Leute schrien und rannten davon.» Die Ursache der Flut ist derzeit noch unklar. Ein ähnliches Unglück ereignete sich jedoch am 15. Juni 2025, als ein Gletschersee am Bhote-Koshi-Fluss abfloss und neun Menschen in den Tod riss. Als Auslöser wurde damals ein Gletscherschwund identifiziert.
Der nepalesische Premierminister Balendra Shah hat umgehend Einsatzkräfte der Polizei und des Militärs mobilisiert. «Die Menschen in tiefer gelegenen Gebieten wurden angewiesen, sich in sicherere Regionen zu begeben», sagte er. «Alle, die in Flussnähe leben, sollen besonders vorsichtig sein und wachsam bleiben.» Der Bhote-Koshi-Fluss entspringt in Tibet, fliesst in den Trishuli-Fluss Nepals und mündet schliesslich in Indien als Gandak-Fluss.
Innenminister Sudhan Gurung erklärte gegenüber mehreren Medienvertretern vor Ort, die Priorität der Regierung liege darin, Menschenleben zu retten und die Bürger in Sicherheit zu bringen. Er riet den gestrandeten Menschen, an einem sicheren Ort ein Feuer zu entzünden und mit Rauchzeichen die Aufmerksamkeit der Rettungskräfte zu erregen.