Darum gehts
- Ein 29-jähriger Deutscher ohrfeigte Anfang Juni eine Stewardess im Flugzeug
- Er weigerte sich, neben einer Frau zu sitzen, berief sich auf Scharia
- 2025 verzeichnete die Schweiz 86,93 Zwischenfälle mit Pöbel-Passagieren pro 10'000 Flüge
Ein Vorfall an Bord eines Turkish-Airlines-Flugs sorgt für Fassungslosigkeit: Ein 29-jähriger Passagier aus Deutschland soll Anfang Juni auf einem Flug aus der Türkei nach Düsseldorf (D) eine Flugbegleiterin geohrfeigt haben. Der Grund: Laut Zeugenaussagen weigerte er sich, neben einer Frau zu sitzen, und berief sich dabei auf die Scharia, berichtet «Bild».
Die Situation eskalierte, als die Flugbegleiterin den Mann mit seinem Verhalten konfrontierte. Laut Polizeiangaben soll der Passagier daraufhin handgreiflich geworden sein. Nach der Landung in Düsseldorf wurde die Polizei alarmiert, die den Vorfall aufnahm und eine Anzeige wegen Körperverletzung stellte.
«Lehnte es ab, neben einer Frau zu sitzen»
Mittlerweile hat die Polizei Düsseldorf die Ermittlungen übernommen. Ein Sprecher erklärte gegenüber «Bild»: «Laut ersten Zeugenaussagen hat der Mann sich auf die Scharia berufen und es abgelehnt, neben einer Frau zu sitzen.»
Nach «Bild»-Informationen soll der Beschuldigte die Tat gegenüber der Polizei zugegeben haben. Es handelt sich um einen deutschen Staatsbürger, der ursprünglich aus der Türkei stammt.
Immer mehr Pöbel-Passagiere
Die Scharia, auf die sich der Mann berufen haben soll, ist ein islamisches Rechtssystem, das in vielen mehrheitlich muslimischen Ländern wie Saudi-Arabien, Iran oder Afghanistan als Grundlage der Gesetzgebung dient.
Die Auslegung variiert stark – von moderaten bis zu extrem restriktiven Interpretationen. In westlichen Ländern hat die Scharia keine gesetzliche Relevanz.
Immer wieder kommt es an Bord von Flugzeugen zu Vorfällen mit Pöbel-Passagieren. Schweizer Airlines meldeten für das Jahr 2025 mehr Ereignisse mit sogenannten «Unruly Passengers». Pro 10'000 Flugbewegungen gab es im vergangenen Jahr 86,93 Vorfälle, wie der Sicherheitsreport des Bundesamts für Zivilluftfahrt zeigte. 2024 waren es 76,08 Vorfälle, 2023 lag der Wert bei 63,37.