Er nannte Trump einst «Daddy»
Rechts-Provokateur Milo Yiannopoulos sitzt in ICE-Ausschaffungshaft

Er forderte ICE-Kontrollen in Supermärkten. Jetzt sitzt Milo Yiannopoulos selber in ICE-Haft. Der Absturz des einstigen Trump-Fans geht weiter.
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Milo Yiannopoulos war lange Anheizer in der rechten Szene.
Foto: Getty Images
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Thomas BenköJournalist & AI Innovation Lead

Milo Yiannopoulos (41) alias «@nero» wurde am Donnerstagabend am Flughafen der US-Metropole New Orleans festgenommen. Warum der Brite in Louisiana war, ist unklar. Sein früherer Chef Ye beziehungsweise Kanye West trat am Freitag im Caesars Superdome auf.

Das Heimatschutzministerium veröffentlichte einen Mugshot und schrieb dazu, Yiannopoulos sei 2019 legal eingereist, habe seinen Aufenthalt aber überzogen. Ein Richter ordnete am 22. Juli die Ausschaffung an. Yiannopoulos war zur Anhörung nicht erschienen.

Der Mann war einmal der lauteste Provokateur Amerikas. Als Redaktor beim Portal Breitbart machte er Stimmung gegen Feminismus und den Islam, Trump nannte er «Daddy». 2016 warf ihn Twitter raus nach der Hetzkampagne gegen die schwarze Komikerin Leslie Jones. Ein Jahr später kippte alles. Ein Video tauchte auf, in dem er sexuelle Beziehungen zwischen erwachsenen Männern und 13-jährigen Buben zu verteidigen schien. Die konservative Konferenz CPAC lud ihn aus, der Buchvertrag platzte, Breitbart war er los. Facebook sperrte ihn 2019. Australien liess ihn nach seinen Aussagen zum Moschee-Attentat im neuseeländischen Christchurch nicht mehr ins Land.

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Dann kam das Comeback in immer seltsamerer Form. Der schwule Posterboy der Rechten erklärte sich zum «Ex-Homosexuellen». Beim Podcaster Tucker Carlson sagte er, mit grösstem Bedauern je in seinem Leben Homosexualität bei den Republikanern salonfähig gemacht zu haben. Auf Telegram kündigte er eine Klinik in Florida an. Für Männer, die unter «gleichgeschlechtlicher Anziehung» litten. Er selber nennt sich dort «pensionierte Bürgerrechtsikone».

«Mami sagte immer, ich lande mal in der Regierung»

2022 heuerte er als unbezahlter Praktikant bei der rechtsaussen stehenden Kongressabgeordneten Marjorie Taylor Greene an. «Mami sagte immer, ich lande mal in der Regierung», schrieb er dazu. Danach arbeitete er für Kanye Wests Präsidentschaftskampagne 2024 und wurde Stabschef bei dessen Label Yeezy. Nach eigenen Angaben sorgte er dafür, dass der weisse Nationalist Nick Fuentes Ye 2022 zum Abendessen mit Trump in Mar-a-Lago begleitete. 2024 erklärte Yiannopoulos seinen Rücktritt, weil Ye eine Pornosparte plante. Als «genesender Süchtiger» könne er das nicht mittragen.

Und noch letztes Jahr verlangte er auf X ICE-Posten in kalifornischen Supermärkten. Sofortige Ausschaffung für jeden, der seinen legalen Aufenthalt nicht nachweisen könne. Zum Start von Trumps Massenausschaffungen fragte er ungeduldig: «Worauf warten die alle?»

Eine frühere Verbündete aus der eigenen politischen Ecke reklamiert seine Festnahme nun für sich. Laura Loomer, rechte Influencerin mit direktem Draht zu Trump, war einst mit Yiannopoulos verbündet. Dann zerstritten sich die beiden öffentlich. Im Dezember schrieb sie, Yiannopoulos halte sich illegal im Land auf und nächtige mal bei Marjorie Taylor Greene, mal bei Podcasterin Candace Owens.

Von Loomer verraten

Jetzt behauptet Loomer, sie habe ihn zu Fall gebracht. «Als Milo dazu aufrief, mich zu ermorden, meldete ich ihn bei ICE und beim FBI», schrieb sie auf X. Sie habe es allen gesagt. Ob ihre Meldungen tatsächlich zur Festnahme führten, ist nicht bestätigt.

Das Heimatschutzministerium hat für Yiannopoulos nur einen Satz übrig. In Haft zu sein, sei eine Wahl. Wer freiwillig ausreise, bekomme 3000 Dollar und einen Gratisflug.

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