Amok-Alarm an Privatschule
Ex-Freund (19) ersticht 18-Jährige und Hort-Erzieher (†30) bei Berlin

An einer Schule im brandenburgischen Gosen-Neu Zittau ist es am Donnerstagnachmittag zu einem Polizeieinsatz wegen einer Gewalttat gekommen. Zwei Personen wurden getötet, ein 19-Jähriger festgenommen.
1/6
An der Docemusschule in Gosen-Neu Zittau findet derzeit ein Polizeieinsatz wegen einer Gewalttat statt.
Foto: 7aktuell.de/Luca Woitow

Darum gehts

  • Zwei Tote nach Gewalttat an Privatschule bei Berlin, Polizei ermittelt
  • 18-jährige Schülerin und 30-jähriger Mann unter den Opfern
  • 19-jähriger Tatverdächtiger festgenommen, mutmasslich Ex-Freund der Schülerin
Sandra_Marschner_Praktikantin News_Ringier Blick_1-Bearbeitet.jpg
Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

An der Docemus-Privatschule in Gosen-Neu Zittau, rund 35 Kilometer südöstlich von Berlin, gibt es derzeit einen Polizeieinsatz. Die Polizei geht von einer Gewalttat aus, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Ost gegenüber dem Sender rbb bestätigte. Auch Rettungskräfte und die Feuerwehr seien vor Ort. Auf X bestätigte die Polizei Brandenburg den laufenden Einsatz.

Wie ein Sprecher der Polizeidirektion Ost gegenüber der «Märkische Allgemeinen» bestätigt, sind Rettungsdienst und Polizeikräfte gegen 13.45 Uhr angerückt. Nach der Gewalttat wurde ein Amokalarm ausgelöst.

Auf X gab die Polizei Brandenburg später an, dass ein Mann festgenommen wurde. «Nach einer Gewalttat konnte eine männliche Person vorläufig festgenommen werden, die nach gegenwärtigen Erkenntnissen mit der Tat im Zusammenhang steht. Wir sichern aktuell den Tatort», hiess es hierzu in der Mitteilung. Weitere Informationen gab die Polizei nicht an.

Zwei Todesopfer nach Gewalttat an Schule

Die «Märkische Allgemeine» berichtet unter Berufung auf informierte Kreise von zwei Todesopfern. Bei einem der Opfer handle es sich um eine 18 Jahre alte Schülerin einer Sekundarschule. Das zweite Opfer sei ein 30 Jahre alter Mann. Er soll noch versucht haben, die Tat zu verhindern. Nach Informationen der «Märkischen Allgemeinen» handelt es sich um Philipp P.* – einen Hort-Erzieher aus Berlin und Goalie beim Friedrichshagener Sportverein 1912. Zuvor war der 30-Jährige in Medienberichten noch als Hausabwart bezeichnet worden.

Nach Angaben der Zeitung soll es sich bei dem festgenommenen Mann und Tatverdächtigen um einen 19-Jährigen handeln. Er soll der Ex-Freund der 18-Jährigen gewesen sein. Nach Informationen des «Tagesspiegel» soll der Tatverdächtige bereits aufgrund eines Fall von Volksverhetzung polizeibekannt gewesen sein.

Wie rbb berichtet, sollen die beiden Todesopfer mit einem Messer getötet worden sein. Der «Tagesspiegel» berichtet von einem «messerähnlichen Gegenstand», mit dem der Tatverdächtige auf seine Ex-Freundin eingestochen habe. Der 30-jährige Mann habe dazwischen gehen wollen und sei dabei in der Herzgegend getroffen worden und sei dann gestorben.

Ermittler gehen von Beziehungstat aus

Am Abend bestätigte die Polizei Brandenburg den Tod zweier Personen und die Festnahme eines 19-jährigen Deutschen. Zudem äusserte die Polizei eine erste Erkenntnis zum Hintergrund der Tat: «Ermittler gehen davon aus, dass es sich nicht um eine Amok-, sondern um eine Beziehungstat handelte.»

Der Geschäftsführer der Schule, Michael Kunz, drückte gegenüber der «Märkischen Allgemeinen» sein Bestürzung sowie sein Mitgefühl aus. Darüber hinaus gab er bekannt, dass am Freitag kein regulärer Unterricht stattfinden werde. Die Schule bleibe aber, so Kunz, für alle Schülerinnen und Schüler geöffnet, die an den Standort kommen möchten.

*Name bekannt

In diesem Artikel erwähnt
Meistgelesen