Darum gehts
- Nigeria meldet den ersten Ebola-Fall seit zehn Jahren, die Patientin ist in die Schweiz geflogen
- Die Ehefrau eines Schweizer Diplomaten war vor dem Abflug stabil, bei Bewusstsein und ansprechbar
- Der Fall verstärkt Sorgen über unentdeckte Übertragungen in Uganda nach 20 Ebola-Fällen bis Juni
In Nigeria gibt es aktuell nur einen einzigen registrierten Fall von Ebola. Es ist der erste Fall der Krankheit in dem westafrikanischen Land seit einem Jahrzehnt. Die betroffene Patientin wurde am Montagmorgen mit einem medizinischen Evakuierungsflug in die Schweiz geflogen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Wie Mediensprecher Marcel Schlatter vom Universitätsspital Zürich (USZ) auf Blick-Anfrage bestätigt, wurde am Montag eine Person mit vermuteter Ebolaviruserkrankung aufgenommen. Ob es sich um die aus Nigeria evakuierte Schweizerin handelt, bestätigte das USZ nicht.
Bei der Frau handelt es sich um die Ehefrau eines Schweizer Diplomaten, der in der nigerianischen Hauptstadt Abuja im Zentrum des Landes stationiert ist. Laut dem Gesundheitsminister des Landes habe sich ihr klinischer Zustand in letzter Zeit deutlich gebessert. Vor dem Abflug ihres Evakuierungsfluges sei sie «stabil, bei Bewusstsein und ansprechbar gewesen».
Universitätsspital ist auf Ebola-Erkrankungen spezialisiert
Das USZ ist eines von zwei nationalen Kompetenzzentren mit einem Leistungsauftrag für die Behandlung von Patienten mit der Ebolaviruskrankheit, erklärt Mediensprecher Marcel Schlatter. Gemeinsam mit den Hôpitaux universitaires de Genève stellt das USZ im Auftrag von Bund und Kantonen spezialisierte Isolationskapazitäten für die gesamte Schweiz bereit.
Vor Ort werden spezielle Massnahmen ergriffen. «Die Betreuung von Patienten mit der Ebolaviruskrankheit findet in einer Sonderisolierstation für hochinfektiöse Erkrankungen statt», betont Schlatter. Die für die Aufnahme vorgesehene Abteilung erfülle dabei alle Anforderungen an die sichere Isolation und Versorgung. Spezielle technische Sicherheitsvorkehrungen gewährleisten den sicheren Ein- und Austritt von Patienten und Mitarbeitenden.
Alle Mitarbeitenden in der direkten und indirekten Betreuung von Patientinnen und Patienten mit der Ebolaviruskrankheit seien für ihre Aufgaben geschult. «Für alle anderen Mitarbeitenden im USZ ergeben sich im Arbeitsalltag keine Änderungen. Auch besteht keine Gefahr für reguläre Patienten oder Besucher», führt der Mediensprecher weiter aus.
Ansteckung in Uganda möglich
Die Weltgesundheitsorganisation WHO gratulierte der nigerianischen Regierung und den Gesundheitshelfern vor Ort zur Stabilisierung des Zustands der Patientin. So konnte ihre Evakuierung überhaupt erst ermöglicht werden. Ihr Ehepartner sei symptomfrei geblieben und habe Nigeria mit demselben Flugzeug verlassen.
Der aktuelle Ebola-Ausbruch begann in der Demokratischen Republik Kongo. Es ist möglich, dass sich die Patientin in ihrem Heimatland Uganda, wo sie vor kurzem einen zweiwöchigen Urlaub verbrachte, mit der Krankheit infizierte.
Uganda meldete im Mai und Juni 20 Ebola-Fälle, hat seitdem aber keine weiteren mehr verzeichnet und wurde im August von der Weltgesundheitsorganisation für virusfrei erklärt. Der Fall rund um die nigerianische Patientin hat die Besorgnis über eine unentdeckte Übertragung von Ebola in Uganda verstärkt.