Darum gehts
- Vor drei Jahren tötete die Hamas in Israel 1200 Menschen
- 251 Geiseln wurden nach Gaza verschleppt
- 166 kamen frei, 85 wurden getötet
Das Massaker vom 7. Oktober jährt sich heute zum dritten Mal. Hamas-Terroristen drangen in Israel ein, töteten 1200 Menschen und verschleppten 251 Geiseln nach Gaza. 166 der Geiseln wurden befreit, 85 getötet – teilweise bereits während des Überfalls. Das jüngste Geiselopfer war noch kein Jahr alt. Zivilisten wurden verletzt, vergewaltigt und ermordet. Es war der blutigste Anschlag in der Geschichte des Staates Israel seit der Gründung 1948.
Über mehr als zwei Jahre hinweg wurden die Geiseln schrittweise freigelassen – nach zähen Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas. Dabei sicherte Israel der Hamas im Gegenzug zu, palästinensische Gefangene freizulassen. Blick erzählt die Geschichte von vier besonders tapferen Geiseln.
«Welche Fünfjährige weiss schon etwas vom Sterben?»
Das Leid der Geiseln in Gaza muss schier unvorstellbar gewesen sein. Danielle Aloni (damals 45) erlebte das Grauen hautnah: Terroristen zündeten ihr Haus an und lauerten vor der Tür. Sie erinnert sich im ARD-Interview: «Das ist das Ende, dachten wir. Ich drückte meine Tochter ganz fest an mich und sagte: Es tut mir leid, Liebling, wir werden jetzt sterben. Aber welche Fünfjährige weiss schon etwas vom Sterben?»
Die Familie verliess das brennende Haus und wurde von den Terroristen verschleppt. In einem Video, das die Hamas von den Geiseln veröffentlichte, fleht Aloni den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu (76) an, sie zu befreien. Sie verbrachten 49 Tage in Gefangenschaft – und überlebten.
Yocheved Lifshitz (damals 85) verbrachte 18 Tage in der Gefangenschaft der Hamas. Obwohl sie sagt, sie sei durch die Hölle gegangen, beschrieb sie die Terroristen als «freundlich». Es ist ein starker Kontrast zu dem Vorwurf, mit dem sie sich nach der Freilassung vor Reportern an Netanyahus Regierung wandte: «Unsere Regierung hat uns im Stich gelassen.»
Internationale Opfer
Die Geiseln kamen aus über 40 Staaten. Unter ihnen war auch die Deutsche Shani Louk (†22). Sie war auf dem Supernova-Musikfestival, als Hamas-Terroristen das Gelände stürmten und in die Menge schossen. Terroristen luden Louk auf einen Truck und fuhren ihren halbnackten Körper jubelnd durch die Strassen. Die Demütigung der Deutschen hielten sie auf Video fest. Ein junger Palästinenser spuckte dabei auf ihren Körper.
Man ging erst davon aus, dass sie lebend nach Gaza verschleppt worden sei. Später wurde die Hoffnung zerstört: Louk wurde brutal ermordet.
Sie überlebte Nazis und Hamas
Es war ein Bild, das um die Welt ging: Lächelnd sass Yaffa Adar (damals 85) neben den bewaffneten Terroristen in einem Golfwagen. Als Adar nach 49 Tagen Gefangenschaft freikam, sagte sie, warum: «Ich habe beschlossen, ihnen nicht das Vergnügen zu bereiten, mich ängstlich zu sehen.» Ihre Stärke bewegte die Welt.
Die lächelnde Oma überlebte im Kindesalter bereits das Warschauer Ghetto, ein Sammellager für Juden im Zweiten Weltkrieg. Doch der Anschlag hat Adar gebrochen: «Der 7. Oktober hat alles Gute im Leben ausgelöscht.» Ihr Enkel Tamir Adar (†38) überlebte die Geiselnahme nicht. Sein Leichnam wurde vergangenes Jahr nach Israel überführt.