Darum gehts
- 58-jähriger Bernhard Sutter starb am Fuji
- Ersthilfe und Bergrettung scheiterten, Ursache für Zusammenbruch bleibt unklar
- Erstes Todesopfer der Bergsteigersaison 2026 am 3776 Meter hohen Vulkan
Tragödie auf Japans höchstem Berg: Bernhard Sutter (†58), Geschäftsführer der Sterbehilfeorganisation Exit, ist am Dienstag beim Aufstieg auf den Fuji gestorben. Er war mit seinem Sohn auf der Fujinomiya-Route unterwegs, als er plötzlich stürzte und gesundheitliche Probleme bekam. Zunächst berichteten mehrere japanische Medien übereinstimmend von dem Vorfall.
Blick brachte am Mittwoch in Erfahrung, dass es sich bei dem Toten am Fuji um den Chef der Sterbehilfeorganisation Exit handelt, und zeigt das Bild des Verstorbenen mit Erlaubnis von Exit.
Auf rund 3010 Metern Höhe suchte Sutter eine Berghütte auf. Dort verlor er das Bewusstsein. Das Personal reagierte sofort und setzte einen Defibrillator ein. Der Exit-Geschäftsführer konnte kurzzeitig wieder atmen, doch sein Zustand verschlechterte sich rapide.
Geschäftsführer seit 2015
Bergretter rückten aus und transportierten Sutter mit einem Bulldozer ins Tal. Im Spital konnten ihn die Ärzte nicht mehr retten. Warum der 58-Jährige zusammenbrach, ist unklar.
Bernhard Sutter war seit 2007 bei der Sterbehilfeorganisation Exit. Zunächst war er Vizepräsident und Leiter Kommunikation, seit 2015 war er Geschäftsführer. «In seinen Funktionen prägte er unsere Organisation mit grossem Engagement und Menschlichkeit. Wir verlieren mit ihm nicht nur unseren Geschäftsführer, sondern auch einen sehr geschätzten Kollegen und langjährigen Wegbegleiter», schreibt die Organisation am Mittwochnachmittag auf ihrer Webseite. «Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie und seinen Angehörigen. Ihnen sprechen wir unser tief empfundenes Beileid aus.»
Sutter war ausgebildeter Journalist und jahrelang für den «Tages-Anzeiger» tätig, ebenso am Radio beim damaligen Radio Z (heute Radio Energy) sowie am Fernsehen bei SRF. Zudem war er früher als Buchautor tätig, Präsident des Zürcher Pressevereins und im Vorstand des nationalen Journalistenverbands. Er wohnte mit seiner Familie in Zürich.
99-Jährige musste gerettet werden
Die örtliche Polizei reagiert mit einem dringenden Appell an alle Bergsteiger, ihre Touren zu unterbrechen, sollte das Wetter den Auf- und Abstieg nicht möglich machen oder die körperliche Verfassung es nicht zulassen.
Am Mount Fuji kommt es immer wieder zu Notfällen. Einige Tage zuvor stürzte eine 99-jährige Frau und musste gerettet werden. Kürzlich brachten Retter zudem einen erschöpften 84-Jährigen in Sicherheit.