Alarm in den Dolomiten
Eisschmelze legt Hunderte Granaten und Geschosse in den Alpen frei

Die italienische Armee entschärft Munition aus dem Ersten Weltkrieg in den Dolomiten. Durch den heissen Sommer wurden etliche Sprengkörper freigelegt. Teilweise sind sie noch immer hochexplosiv.
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Das schmelzende Eis legt Munition aus dem ersten Weltkrieg in den Dolomiten frei.
Foto: MINISTERO DELLA DIFESA via Facebook

Darum gehts

  • In den Dolomiten legen schmelzende Gletscher über 100 Jahre alte Granaten und Geschosse frei
  • Die italienische Armee hat im Sommer über 250 explosive Relikte geborgen und unschädlich gemacht
  • Wandernde und Bergsteiger sollen verdächtige Funde nicht berühren und Behörden informieren
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Pauline BouillonRedaktorin News Desk

Was über 100 Jahre unter Schnee und Eis verborgen lag, kommt jetzt zum Vorschein: In den italienischen Dolomiten legen schmelzende Gletscher alte Granaten und Mörsergeschosse frei. Die italienische Armee barg bei einer Räumungsaktion in diesem Sommer mehr als 250 explosive Kriegsrelikte und machte sie unschädlich, wie «Watson» berichtet.

Die Munition stammt aus dem «Weissen Krieg», als italienische und österreichisch-ungarische Truppen zwischen 1915 und 1918 in den Dolomiten kämpften. Heute liegen die gefährlichen Überreste teilweise nahe beliebter Wanderwege. Doch warum tauchen die Sprengkörper erst jetzt auf?

Gefahr taut auf

Der Hitzesommer liess die Gletscher in den Dolomiten rasch schrumpfen. Dadurch kamen Waffen und Munition zum Vorschein, die seit Jahrzehnten im Eis eingeschlossen waren. In den vergangenen Jahren wurden immer mehr historische Hinterlassenschaften freigelegt – von Granaten bis zu persönlichen Gegenständen gefallener Soldaten.

Das Eis wirkte wie ein Gefrierfach für den Krieg. Doch die freigelegten Sprengkörper sind brandgefährlich: Auch nach über einem Jahrhundert können sie explodieren. Manche Fundstücke liegen in schwer zugänglichem Gelände, andere tauchen direkt an viel begangenen Routen auf.

Für Wanderer gilt: Wer eine verdächtige Granate entdeckt, darf sie keinesfalls berühren oder bewegen. Es gilt, sofort Abstand zu halten und die Polizei oder die Bergrettung zu alarmieren.

Wie wird die Munition geborgen?

Spezialisten der italienischen Armee kämmen die betroffenen Gebiete systematisch durch. Die Einsätze sind anspruchsvoll, weil viele Fundorte an steilen Hängen, auf Gletschern oder in abgelegenen Bergregionen liegen.

Unterstützt werden die Soldaten von Helikoptern, der Feuerwehr und Einsatzkräften der Bergrettung. Während der Arbeiten sperren die Behörden Wanderwege vorübergehend ab. Bei den Funden handelt es sich unter anderem um italienische Artilleriegranaten mit einem Kaliber von 75 Millimetern sowie französische Thevenot-Mörsergranaten. Auch grössere Artilleriegeschosse mit 120 Millimetern Kaliber wurden entdeckt.

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