Die Nacht auf 1800 Metern in einem Schlafsack mitten im Schnee verbringen: Das hat ein deutscher Streamer in der Nacht auf Sonntag auf der Plattform «Twitch» live dokumentiert.
Der 19-Jährige ist im Internet unter dem Namen «Benjamool» für seine verrückten Aktionen bekannt. Allerdings sorgte dieses lebensgefährliche Abenteuer für Besorgnis unter seinen Fans. Mehrere User haben die Polizei alarmiert, wie die «Bild» schreibt. Der verrückte Wanderausflug könnte nun juristische Folgen nach sich ziehen.
«Eier grösser als World Trade Center»
«Ich bin wieder da», so startete Benjamool grinsend seinen rund neun Stunden langen Stream in einem T-Shirt am Samstagnachmittag. Das Ziel des Nürnbergers: Er will die 2962 Meter hohe Zugspitze erklimmen und dort übernachten. Dass er auf seiner Wanderung auf jede Menge Schnee stossen wird, hat ihn nicht von dem waghalsigen Vorhaben abgehalten. Erste Zweifel hegte er erst, als ihm bewusst wurde, dass seine Amateur-Wanderausrüstung die letzten Höhenmeter bis zur Zugspitze nicht mitmachen würden.
Anfangs feierten seine Zuschauer die ausgefallene Aktion. Als sich der Streamer oben ohne auf mehreren Hundert Metern im Schnee wälzte, kommentierte ein Nutzer: «Eier grösser als World Trade Center.» Doch als er sich schliesslich in einem Schneefeld mit seinem dünnen Schlafsack hinlegte, alarmierte ein Freund aus Besorgnis die Polizei. Auch die Mutter des jungen Mannes habe sich grosse Sorgen gemacht, wie die Polizei bestätigte.
Allerdings waren auch den Rettungskräften die Hände gebunden. Denn: Ihnen war der genaue Standort des jungen Mannes unbekannt. Um den Zustand des Mannes überwachen zu können, mussten Einsatzkräfte den Livestream live mitverfolgen – und das die ganze Nacht lang. «Wir haben die Situation des Mannes laufend gesichtet. Auch die Bergwacht war informiert», berichtet Andreas Breitrück (41) von der bayerischen Polizei gegenüber der Zeitung.
«Arschkalt hier»
Aufgrund der Minustemperaturen und der schlechten Wanderausrüstung ist die Nacht sehr ungemütlich geworden. Da stellt sich die Frage, was ihn zu dieser Aktion bewogen hat? Auf dem Berg meinte Benjamool, dass er bei einem Date damit angeben würde, in einem Schneefeld neben Tierkot übernachtet zu haben. Ob er damit Erfolg haben wird, bleibt allerdings abzuwarten.
«Arschkalt hier», sagte er, als er gegen 5.30 Uhr aufgewacht ist. Für den 19-Jährigen scheint sich die Wanderung jedoch mehr als gelohnt zu haben: «Das ist eines der schönsten Dinge, die ich je gesehen habe», kommentierte er den Sonnenaufgang.
Neben einer wütenden Mutter könnten ihn zu Hause auch juristische Konsequenzen erwarten. Andreas Breitrück von der Polizei: «Wir prüfen, ob eine Ordnungswidrigkeit wegen Verstosses gegen das Landschaftsschutzgesetz vorliegt.» (lia)