Darum gehts
- BND-Chef Jäger warnt im Bundestag vor Russland
- Deutschland stehe an der Schwelle zu Gewalt
- Moskau sehe Berlin wegen Waffenlieferungen als Gegner
Es sind Worte, die aufhorchen lassen. Deutschland stehe nach Einschätzung des Auslandsgeheimdienstes (BND) möglicherweise vor einer direkten, gewaltsamen Konfrontation mit Russland. Bei einer öffentlichen Anhörung im Berliner Bundestag zeichnete Präsident Martin Jäger ein düsteres Bild.
Ein Schattenkrieg auf vielen Ebenen
«Die Konfrontation, in der wir mit Russland stehen, hat eine neue, gefährlichere Qualität: Deutschland ist in Gefahr, in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten», zitieren mehrere deutsche Medien Jäger. Und er setzt sogar noch einen darauf: «Von keinem anderen Land geht aktuell eine so direkte, umfassende und konkrete Bedrohung gegen Deutschland aus.»
Deutschland sei zu einem Haupthindernis russischer hegemonialer Machtprojektion auf dem europäischen Kontinent und damit zur Zielfläche russischen Handelns geworden. «So lautet die Moskauer Lesart», erklärte Jäger. Wer diesem Anspruch nicht folgt, werde zum Gegner – und entsprechend behandelt. Deshalb führe Russland einen Schattenkrieg gegen Deutschland.
Der Kreml demonstriere zudem Bereitschaft zu Sabotage und Tötungsdelikten, betonte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Sinan Selen (54). Die Aktionen könnten sich wie folgt darstellen:
- Gezielte, niederschwellige Angriffe und Spionageaktionen gegen kritische Infrastrukturen sowie militärische und zivile Einrichtungen
- Hybride Kriegführung: Der Einsatz von Desinformationskampagnen, gezielten Hackerangriffen und verdeckten Einschüchterungsversuchen zur Destabilisierung der Gesellschaft