Nacken ruckartig bewegt
Britin (†29) stirbt nach Chiropraktiker-Besuch

Wegen einer Sportverletzung suchte die junge Joanna bei einem Chiropraktiker Hilfe. Durch eine ruckartige Anwendung des Alternativmediziners vergrösserte sich ein Riss in einer Halsarterie. Die junge Mutter starb. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art.
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Die junge Joanna K. starb 2021 nach einem Besuch bei einem Chiropraktiker.
Foto: Kowalczyk Family

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 29-jährige Britin stirbt nach chiropraktischer Behandlung
  • Alternativmediziner wusste nicht von Migräne und beweglichen Gelenken der Patientin
  • Fall löste Debatte über Zugriff auf Krankengeschichte für Alternativmediziner aus
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Janine EnderliRedaktorin News

Sie machte viel Sport, liebte ihr Kind über alles und genoss das Leben: Im Oktober 2021 wurde Joanna K.* (29) aus Grossbritannien von jetzt auf gleich aus dem Leben gerissen. Sie starb nach einer Behandlung bei einem Chiropraktiker. Jetzt, rund vier Jahre später, zeigt eine Untersuchung, wie die Tragödie ihren Lauf nahm.

Rückblende: Ende 2020 erlitt K. bei einem Besuch im Fitnessstudio eine Verletzung. Sie entschied sich jedoch, auf einen Spitalaufenthalt zu verzichten, und schaute sich nach alternativen Behandlungsmethoden um. Da stiess sie auf das Angebot des Chiropraktikers, berichtet die «Daily Mail». Um die Schmerzen seiner Patientin zu lindern, knackte er mehrmals ihren Nacken.

Was der Alternativmediziner aber nicht wusste: K. hatte regelmässig Migräneanfälle und wies äusserst bewegliche Gelenke auf. Ausserdem litt sie an einer nicht diagnostizierten Bindegewebestörung, die die junge Frau anfällig für lebensbedrohliche Gefässrisse machte.

Tödliche Kombination

Die Ermittler gehen davon aus, dass K. einen Einriss einer Arterie erlitt, als sie sich im Fitnessstudio am Nacken verletzte. Der Chiropraktiker bewegte ihren Nacken anschliessend mehrmals ruckartig hin und her, was den bereits bestehenden Riss wohl noch vergrösserte.

Nach der Behandlung bekam K. plötzlich starken Schwindel. Sie sah Doppelbilder und verspürte ein Kribbeln in Händen und Füssen. Später kamen Sprachstörungen sowie Übelkeit und Erbrechen dazu. Der Chiropraktiker riet seiner Patientin, umgehend einen Arzt aufzusuchen. Doch die 29-Jährige weigerte sich zunächst. Als K.s Zustand nach mehreren Tagen immer schlimmer wurde und sie das Bewusstsein verlor, informierten Angehörige den Rettungsdienst, der die gebürtige Polin in die Notaufnahme brachte. Am 19. Oktober 2021 starb sie schliesslich im Spital.

«Joanna K. starb aufgrund einer Kombination der Folgen einer chiropraktischen Behandlung und einer natürlichen Verletzung», heisst es im Bericht der Rechtsmedizin. Zudem sei auch der Hintergrund einer nicht diagnostizierten Krankheit zu erwähnen. Der Chiropraktiker hätte die Komplikationen in Joannas Fall kaum voraussehen können. Denn: Es existierte keine Möglichkeit, Akten-Einsicht zu bekommen.

Thai-Sängerin stirbt nach Massage

Ihr Tod ist kein Einzelfall. Im Dezember starb die thailändische Sängerin Ping Chayada nach einer Thai-Massage. Den Masseur suchte sie wegen Nacken- und Schulterschmerzen auf. Auf Social Media berichtete sie nach der Anwendung noch, dass es ihr nicht gut gehe. «Ich habe überall starke Schmerzen. Meine Finger fühlen sich an, als seien sie mit einem Elektroschocker bearbeitet worden.» Zudem seien Lähmungserscheinungen aufgetreten. Innerhalb weniger Wochen verschlechterte sich Chayadas Zustand weiter. Schliesslich starb sie an einer Blutvergiftung. Es wurde eine Untersuchung zur Klärung der Todesursache eingeleitet.

Laut der US-Gesundheitsbehörde für Komplementärmedizin (NIH) geht von Thai-Massagen nur ein geringes Risiko aus. «Es gab jedoch Berichte über seltene Komplikationen wie Blutgerinnsel, Schäden an den Nerven, Lähmungen oder Knochenbrüche.» Auch gesundheitliche Vorbelastungen können ein Risiko darstellen.

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Nach Thai-Massage:Tiktokerin plötzlich gelähmt

Der Fall von Joanna löste in Grossbritannien zudem eine Debatte darüber aus, ob Alternativmediziner Zugriff auf die Krankengeschichte ihrer Patienten haben sollen. Nun werden neue Regeln diskutiert.

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