Darum gehts
- Flávio Bolsonaro verpasst knapp das absolute Mehr
- Bolsonaro muss in Stichwahl gegen Lula da Silva
- Richtungswahl im grössten Land Lateinamerikas
Kein Sieger in der ersten Runde der brasilianischen Präsidentschaftswahl: Zwar holte Flávio Bolsonaro (45) gut 47 Prozent der Stimmen. Doch der Sohn von Ex-Präsident Jair Bolsonaro (71) verpasste das absolute Mehr. Im zweiten Wahlgang wird Bolsonaro auf den amtierenden Präsidenten Lula da Silva (80) treffen, der seine insgesamt vierte Amtszeit anstrebt.
Für die Stichwahl am 25. Oktober zeichnet sich ein enges Rennen ab. Lula bekam im ersten Wahlgang knapp 45 Prozent der Stimmen. Die Wahl in Brasilien gilt als Richtungswahl: Der linke langjährige Präsident Lula ist vor allem bei den Armen beliebt. Der rechte Flávio Bolsonaro möchte hingegen das Erbe seines umstrittenen Vaters antreten, der von 2019 bis 2023 Präsident war.
Bolsonaro gilt als Trump-Freund
Jair Bolsonaro war wegen eines Putschversuchs zu 27 Jahren Haft verurteilt worden und steht unter Hausarrest. Er galt als Verbündeter von US-Präsident Donald Trump (80). Während Flávio Bolsonaro eine enge Zusammenarbeit mit den USA anstrebt, ist Lula ein Verfechter einer multipolaren Welt.
Auch Innenpolitisch gibt es grosse Differenzen zwischen den beiden Kandidaten mit völlig unterschiedlichen Weltanschauungen. Brasilien ist mit 160 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas.