Bosniens berüchtigtster Mörder
«Hannibal Lecter vom Balkan» kommt nach 20 Jahren frei

Goran Kotaran, bekannt als «Hannibal Lecter vom Balkan», wird nach 20 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Die Nachricht sorgt in seiner Heimatstadt für Panik.
Kommentieren
1/4
Kotaran in Begleitung von zwei Polizisten.
Foto: Ringier

Darum gehts

  • Goran Kotaran (43) wird nach 20 Jahren Gefängnis am 27. Februar 2026 freigelassen
  • Ermordete zwei Männer, vergrub Leichen und gilt als extrem gefährlich
  • Seine Heimatstadt Kozarska Dubica reagiert mit Panik, Polizei überwacht ihn
Blick_APP_DE_WeissRot_XXXHDPI-1024x1024_RGB.png
Blick Newsdesk

Goran Kotaran (43), einer der berüchtigtsten Mörder Bosniens und Herzegowinas, wird nach 20 Jahren Gefängnisstrafe freigelassen. Dies berichtet «Blic.rs» unter Berufung auf das zuständige Justizministerium.

Kotaran wurde Mitte der Nullerjahre wegen der Morde an den Männern Predrag V.* (†31) und Sead K. (†49) verurteilt. Die schockierenden Verbrechen ereigneten sich in den Jahren 2005 und 2006. Kotaran erdrosselte seine Opfer jeweils und vergrub ihre Leichen anschliessend – eine in einem Hühnerstall, die andere in einem Wald nahe seines Hauses.

Insgesamt soll «Hannibal Lecter» vier Morde begangen haben

Laut «blic.rs» wurde Kotaran zuvor in Schweden wegen zweier Morde angeklagt, jedoch wegen Unzurechnungsfähigkeit nach Bosnien und Herzegowina abgeschoben. Seit 2006 sitzt er in Haft.

In den Medien wird Kotaran oft als «Monster von Dubica» bezeichnet. Häftlinge erzählten sogar, dass die Morde, für die er verurteilt wurde, nur ein Teil seiner kriminellen Vergangenheit seien. Einige nannten ihn gar «Hannibal Lecter», was seinen Ruf als gefährlicher Mann unterstreicht.

«Eine extrem gefährliche Person»

Jetzt, 20 Jahre später, endet seine Strafe. Ab dem 27. Februar 2026 wird Kotaran ein freier Mann sein.

«Es handelt sich um eine extrem gefährliche Person», erklärt Gefängnisdirektor Saša Gligorić gegenüber dem bosnischen Sender ATV. «Um auf die Freilassung vorbereitet zu sein, fanden Treffen mit lokalen Polizeibehörden und sozialen Einrichtungen statt.» Ziel sei es, Kotaran sicher in die Gesellschaft zu integrieren und mögliche Risiken zu minimieren.

Panik in Kotarans Heimatstadt

Die Nachricht von seiner Entlassung hat in Kotarans Heimatstadt Kozarska Dubica Panik ausgelöst. Viele Einwohner, die persönliche Konflikte mit ihm hatten, fürchten Rache. Die Polizei und andere Institutionen wurden bereits alarmiert, um den 43-Jährigen genau zu überwachen und mögliche Zwischenfälle zu verhindern.

Während seiner Haftzeit zeigte Kotaran laut ATV gutes Verhalten und genoss keine Sonderrechte. «Er hat zahlreiche Diagnosen, ist aber unter Therapie stabil und funktional», erklärte eine Quelle. Im Gefängnis sei er ausschliesslich von seiner Mutter besucht worden, die in Schweden lebt.

Er erlebte Mord an Vater mit

Kotaran hatte laut dem Bericht eine schwierige Vergangenheit. Er war als Kind und Jugendlicher Gewalt ausgesetzt und erlebte als Teenager den Mord an seinem Vater Dušan Kotaran, der in seinem Café in Kozarska Dubica erschossen wurde, hautnah mit. Danach zog er zu seiner Mutter nach Schweden, wo er sich der kriminellen Bande «Original Gangsters» anschloss.

Die zuständigen Behörden kündigten an, die Situation nach der Freilassung genau zu beobachten. Die Polizei soll eng eingebunden bleiben. Offiziell heisst es, man sei auf alle Eventualitäten vorbereitet.

* Namen bekannt

Dieser Artikel ist zuerst auf «Blic.rs» erschienen. Die serbische Newsplattform gehört wie Blick zu Ringier.

In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen