UVADQrB05Qjb4b_poster.jpg
0:28
Tauchboot-Unfall in Ägypten:Hier werden Überlebende ans Ufer getragen

Tauchboot-Drama bei Marsa Alam
Auch zweites Schweizer Opfer wurde lebend gefunden

Ein Touristenboot, das sich auf einem Tauchausflug von der ägyptischen Kleinstadt Marsa Alam aus befand, ist am Montagmorgen gesunken. An Bord waren 31 Touristinnen und Touristen sowie die 13-köpfige Crew. Die Schweizer Passagiere konnten gerettet werden.
1/10
In Ägypten ist ein Touristenschiff gesunken. Am Dienstag wurden vier Leichen geborgen.
Foto: RMS

Drama im Roten Meer: Am Montagmorgen sinkt das Touristenboot Sea Story bei Marsa Alam (Ägypten). An Bord befinden sich 31 Touristen verschiedener Nationalitäten sowie eine 13-köpfige Crew. Darunter zwei Schweizer Touristen, wie das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage von Blick bestätigte. Zunächst gelten viele Personen als vermisst. Fieberhaft wird nach Überlebenden gesucht.

Glück im Unglück für die Schweizer Staatsbürger: Beide können lebend gefunden werden. Der erste bereits am Montag, der zweite am Dienstag – über 30 Stunden nach dem Bootsunglück, wie die BBC unter Berufung auf ägyptische Behörden berichtet.

Marsa Alam ist ein Ferienort am Roten Meer
Foto: RMS

Weiter waren laut dem Stadtrat von Marsa Alam folgende Nationalitäten an Bord: fünf Spanier, zwei Belgier, ein Chinese, zwei Amerikaner, drei Slowaken, vier Briten, zwei Polen, vier Ägypter, zwei Norweger, ein Ire und ein Finne. Die Crew-Mitglieder waren laut Medienberichten alle Ägypter. Bisher konnten insgesamt 33 Überlebende gerettet werden, vier Leichen mussten die Rettungskräfte aus dem Wasser bergen. Sie konnten bisher nicht identifiziert werden. Damit gelten weiterhin sieben Personen als vermisst. Die Suche nach ihnen gehe mit einer Fregatte des ägyptischen Militärs und Hubschraubern sowie Tauchern weiter, hiess es vonseiten der ägyptischen Behörden.

Yacht «von Welle getroffen und umgekippt»

Der Leiter eines Tauchzentrums gab gegenüber der Nachrichtenagentur AFP an, ein überlebendes Besatzungsmitglied habe geschildert, dass die Yacht «mitten in der Nacht von einer Welle getroffen» worden und umgekippt sei. Diese Schilderungen passen zu den Ausführungen des Gouverneurs. Der Vorfall habe nur fünf bis sieben Minuten gedauert, sagte er laut «Al-Masri al-Jum». «Einige der Passagiere haben sich noch in den Kabinen befunden, sie konnten das Boot deshalb nicht rechtzeitig verlassen», so Hanafi weiter.

Die Behörden in Hurghada hatten am Sonntag wegen «schlechter Wetterbedingungen» den Hafen der Stadt geschlossen und den Schiffsverkehr eingestellt. Nahe Marsa Alam seien die Wetterbedingungen jedoch gut gewesen, sagte der Tauchzentrums-Manager gegenüber AFP. Am Samstag warnte die ägyptische Wetterbehörde vor maritimen Aktivitäten am Sonntag und Montag. Die Windgeschwindigkeiten lagen zwischen 60 und 70 km/h, die Wellenhöhe erreichte drei bis vier Meter.

Überlebende erzählen

Einer der Überlebenden erzählt: «Ich war an der Oberfläche und versuchte mich an etwas festzuhalten. Das Kentern erfolgte sehr schnell. Ich hörte Schreie aus den Kabinen, aber viele konnten nicht raus, weil die Türen geschlossen waren und sich der Raum mit Wasser gefüllt hat.»

Ein britischer Tourist, der ebenfalls überlebt hat, erzählt gegenüber einem lokalen Newsportal: «Es war dunkel, und das Wasser umgab uns von allen Seiten. Ich versuchte hochzuschwimmen, aber die Strömung war sehr stark und ich fühlte mich, als würde ich ersticken. Was mich rettete, war meine Schwimmweste, die mich an der Oberfläche hielt, bis die Rettungskräfte kamen.»

Nicht das erste Unglück dieser Art

Das Schiff startete am 24. November von Marsa Alam zu einem Tauchausflug und sollte am 29. November wieder in Hurghada eintreffen. Anfang Monat waren nach dem Kentern eines Tauchboots am berühmten Dädalus-Riff im Roten Meer 30 Menschen gerettet worden. Im Juni konnten rund zwei Dutzend Urlauber aus Frankreich in Sicherheit gebracht werden, bevor ihr Boot bei einem ähnlichen Unglück sank.

Das Rote Meer ist eines der Hauptreiseziele für Ägypten-Reisende. Rund zwei Millionen Ägypter arbeiten im Tourismussektor, dieser erwirtschaftet mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Meistgelesen