Darum gehts
- In Pakistan tötete ein Anschlag nahe Islamabad mindestens 31 Menschen
- Ein Selbstmordattentäter zündete einen Sprengstoffgürtel in einem Gemeindehaus
- Schiiten machen etwa 20 Prozent der 250 Millionen Einwohner Pakistans aus
In Pakistan sind bei dem Anschlag auf ein schiitisches Gemeindehaus nahe der Hauptstadt Islamabad mindestens 31 Menschen getötet worden. Rund 170 weitere Gläubige seien verletzt worden, sagte ein lokaler Behördenvertreter am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.
Der Selbstmordattentäter habe vor dem Gebäudekomplex zunächst das Feuer auf Sicherheitskräfte eröffnet, erklärte ein Polizeisprecher unter Berufung auf Augenzeugen. In dem Gemeindehaus habe der Attentäter dann einen Sprengstoffgürtel gezündet. Trotz der grossen Gewalt in Pakistans Grenzregionen gelten Anschläge in den Metropolen als selten.
20 Prozent der Pakistanis sind Schiiten
Die Sorge vor einer noch höheren Opferzahl war angesichts der vielen Verwundeten hoch. Viele befänden sich in einem lebensbedrohlichen Zustand, teilte ein Sprecher der Rettungskräfte mit. Rettungswagen eilten zum Anschlagsort. In einer Klinik in Islamabad wurde der Notstand ausgerufen, wie die pakistanische Zeitung «Dawn» berichtete.
Der Anschlag wecke Erinnerungen an die blutigen und von Unruhen geprägten Jahre in Pakistan zwischen 2007 und 2014, schrieb der Südasien-Experte Michael Kugelman auf der Plattform X. «Erneut hat der Terror Islamabad auf eine Weise heimgesucht, wie es seit Jahren nicht mehr vorgekommen ist. Grössere Anschläge auf Schiiten, wie die heutige schreckliche Explosion, waren bisher selten», schrieb er.
In den vergangenen Jahren kam es in der Atommacht Pakistan wieder vermehrt zu Gewalt und Anschlägen. Am vergangenen Wochenende kamen bei Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und mutmasslichen Terroristen an verschiedenen Orten in der Unruheprovinz Baluchistan Dutzende Menschen ums Leben. In anderen Landesteilen verübte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Anschläge gegen Schiiten, die sie als Abtrünnige des Islams betrachten. Schiitische Muslime stellen etwa 20 Prozent der fast 250 Millionen Einwohnern des südasiatischen Landes dar.