Darum gehts
- Überfall auf Louvre-Museum in Paris: Schmuckstücke von unschätzbarem Wert gestohlen
- Täter nutzten Baustellenequipment und Flex-Geräte für den präzisen Einbruch
- Aktion dauerte nur vier Minuten, neun Schmuckstücke wurden entwendet
Es waren nur vier Minuten. Vier Minuten, in denen Schmuckstücke von «unschätzbarem Wert» verschwanden. Am Sonntagmorgen überfielen vier Täter das weltberühmte Louvre-Museum in Paris.
Sie befinden sich nach wie vor auf der Flucht. Erste Ermittlungsergebnisse zeigen: Die Täter planten den Überfall akribisch und wussten genau, was sie taten. So lief die Tat ab.
9.30 Uhr: Die Täter rollen auf Töffs heran
Die Täter warten gezielt ab, bis das Museum um 9.30 Uhr Touristen seine Tore öffnet. Dann schlagen sie zu. Mit mindestens zwei Töffs fahren sie an die Seine-Seite des Gebäudes. Dort finden gerade Bauarbeiten statt.
Über Baustellen-Leiter in den ersten Stock
Das Equipment vor Ort nutzen die Räuber für sich. Über eine Baustellenleiter klettern sie in den ersten Stock des Gebäudes auf einen Balkon. Sie sollen gelbe Arbeiterkleidung als Tarnung getragen haben.
Schleifgeräte kommen zum Einsatz
Um die Fenster zu öffnen, sägen sie mit Flex-Geräten Löcher in die Scheibe. Mindestens zwei Täter betreten das Gebäude und landen direkt in der Galerie D'Apollon, wo Napoleons Schmuck liegt.
Mit der gleichen Technik wie beim Einbruch sägen die Täter die Vitrinen auf. Sie entnehmen neun Schmuckstücke. Eines, die Krone von Kaiserin Eugenie, wird später zerbrochen in den Pariser Strassen aufgefunden.
Täter nehmen gleichen Weg zurück
Die Entnahme des Schmucks aus den Vitrinen läuft blitzschnell. Wie die Täter den Schmuck verstauen, ist nicht bekannt. Sie nehmen den gleichen Weg zurück nach draussen.
Beim Einbruch hätten die Täter keine Gewalt angewendet, sagte die Kulturministerin Rachida Dati dem Sender TF1. «Sie greifen niemanden an, sie gehen ganz ruhig hinein.» Dati hatte die Aufnahmen der Videoüberwachung gesehen und resümiert: «Das sind Profis».
Der Spuk ist vorbei
Bereits um 9.40 Uhr sind die Täter auf der Flucht. Sie fahren mit ihren Töffs auf die Autobahn A6. Dabei verlieren sie offenbar die Krone Eugenies. Erst dann wird der Überfall festgestellt.
10.30 Uhr: Louvre gibt Schliessung des Museums bekannt
Rund eine Stunde nach dem Überfall informiert das Museum seine Besucher auf X über die Schliessung des Museums. Als Ursache werden zunächst lediglich «aussergewöhnliche Umstände» angegeben.
Die französische Kulturministerin Rachida Dati erklärt der Welt anschliessend auf X, was passiert ist. Das Ausmass ist zu Beginn unklar. Später wissen wir: Die Täter entkamen mit einer Beute von «unschätzbarem Wert».