Kim Jong Un bestimmt seine Tochter zur Nachfolgerin
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Nordkoreas potenzielle Erbin:Kim Jong Un bestimmt seine Tochter zur Nachfolgerin

Bizarre Zeremonie in Nordkorea
Die traurige Wahrheit hinter dieser Feier

Kim Jong Un hat in Pjöngjang eine neue Wohnsiedlung für die Familien nordkoreanischer Soldaten eröffnet, die im Ukraine-Krieg gefallen sind. Der Diktator will damit der «jungen Märtyrer» und ihrer Opfer für das Vaterland gedenken.
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Kim Jong Un hat eine neue Wohnsiedlung in Nordkorea eröffnet.
Foto: AP

Darum gehts

  • Kim Jong Un weiht in Pjöngjang Wohnsiedlung für Soldatenfamilien ein
  • Nordkorea entsandte 14'000 Soldaten 2024, 6000 starben in der Ukraine
  • Neue Siedlung symbolisiert Opfer der Soldaten, stärkt nationale Einheit
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Feierlich zerschneidet Kim Jong Un (42) ein rotes Band, Feuerwerk explodiert am Himmel. Eine feierliche Zeremonie. Eine Einweihung. Allerdings mit einem grausamen Beigeschmack für die Betroffenen. Denn: Nordkoreas Machthaber hat in der Hauptstadt Pjöngjang eine neue Wohnsiedlung für die Familien von Soldaten eingeweiht, die im Ukrainekrieg an der Seite russischer Truppen gefallen sind.

Wie «The Guardian» berichtet, handelt es sich dabei um eine propagandistische Geste, um die «jungen Märtyrer» zu ehren, die «alles für ihr Vaterland geopfert haben». Die neue Saeppyol-Strasse im Hawasong-Viertel symbolisiere den «Geist und das Opfer» der gefallenen Soldaten, erklärte Kim während der Zeremonie.

«Den Hinterbliebenen ermöglichen, glücklich zu leben»

Fotos der staatlichen Medien zeigen ihn beim Rundgang durch die Siedlung, begleitet von seiner Tochter Kim Ju Ae, die zunehmend in der Öffentlichkeit zu sehen ist. Kim Jong Un betonte, er habe darauf gedrängt, das Projekt «sogar einen Tag früher» fertigzustellen, um den Familien der Toten «einen kleinen Trost» zu bieten. «Diese Häuser sollen den Hinterbliebenen ermöglichen, stolz auf ihre Söhne und Ehemänner zu sein und glücklich zu leben», fügte er hinzu.

Einige der Familien, die in die neuen Häuser ziehen, wurden von Kim persönlich besucht – eine Inszenierung, die offenbar der Stärkung der nationalen Einheit dienen soll.

Über 6000 Soldaten aus Nordkorea im Ukraine-Krieg gefallen

Laut «The Guardian» hat Nordkorea in den vergangenen Monaten die Propaganda zur Unterstützung der Truppen intensiviert, die in Russlands Krieg gegen die Ukraine kämpfen. Dazu gehört auch die Eröffnung eines neuen Denkmals in Pjöngjang, das mit Skulpturen gefallener Soldaten geschmückt ist.

Nach Angaben südkoreanischer, ukrainischer und westlicher Quellen entsandte Nordkorea im Jahr 2024 rund 14'000 Soldaten nach Russland, um an der Front in der Ukraine zu kämpfen. Über 6000 von ihnen seien dabei ums Leben gekommen. Kim Jong Un bekräftigte zuletzt seine «bedingungslose Unterstützung» für die Politik von Russlands Präsident Wladimir Putin (73). Zudem hat Nordkorea Russland grosse Mengen an militärischem Material wie Artillerie und Raketen geliefert.

«Es ist eine symbolische Schau»

Die Fertigstellung der neuen Siedlung erfolgt kurz vor einem wichtigen Kongress der nordkoreanischen Arbeiterpartei, der Ende Februar stattfinden soll. Beobachter erwarten, dass Kim dort seine politischen Ziele für die kommenden fünf Jahre verkündet und seine Macht weiter festigt.

Der Zeitpunkt der Einweihung sei eine «gezielte politische Aktion, um die Stationierung der Soldaten zu rechtfertigen», so Hong Min vom Korea Institute for National Unification. «Es ist eine symbolische Schau, die die staatliche Unterstützung für die Familien der Gefallenen konkret darstellen soll.»

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