Berliner «Volksbad» schlägt hohe Wellen
Badetag nur für Schwarze sorgt für Zoff

Ein Freibad mitten in Berlin, kostenlos für alle – ausser am Freitag: Dann ist das Becken exklusiv für Schwarze Communitys reserviert. Was als Empowerment-Event gedacht ist, sorgt für reichlich Zoff.
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Das Berliner Volksbad hat sich in einem heissen Sommer als Publikumsmagnet erwiesen.
Foto: imago/PEMAX

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Berliner Volksbühne sagt geplanten Schwimmtag nur für Schwarze wegen Sicherheitsbedenken ab
  • Die Veranstaltung sorgte für heftige Kontroversen und Vorwürfe von Diskriminierung
  • Das 300'000 Franken teure Projekt wird aus öffentlichen Geldern finanziert
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Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Vor dem Theater der Berliner Volksbühne steht für rund acht Wochen ein 25 Meter langes, 1,30 Meter tiefes temporäres Freibad. Es bietet kostenloses Schwimmen in zweistündigen Zeitfenstern, einen Liege­bereich und eine Pommesbude – mitten auf dem Rosa-Luxemburg-Platz.

Für heute Freitag kündigte die Volksbühne ein Freibad-Zeitfenster «exklusiv für Schwarze Communitys» an. Die Kontroverse begann schnell und heftig. Nur Schwarze dürfen ins Becken – das sorgt auch in der für ihre Offenheit, Toleranz und Freizügigkeit bekannten deutschen Hauptstadt für Aufreger.

«Ganz für uns allein»

Prompt korrigierte das Theater die Einladung auf seiner Website. Neu wird der Termin als «Volksbad x Eoto» bezeichnet. Eoto (Each One Teach One) ist ein Berliner Community-, Bildungs- und Empowerment-Verein für Schwarze, afrikanische und afrodiasporische Menschen.

Auf der Eoto-Website wird zum «Ausflug im Sommerbad» eingeladen: «Einfach gemeinsam chillen, die Sonne und das Wasser geniessen. Am 14. August haben wir ein Open-Air-Schwimmbad ganz für uns allein.»

«Bild», die grösste Zeitung Deutschlands, spricht von «deutlicher Kritik am geplanten Badetag nur für Schwarze». FDP- und CDU-Politiker werden zitiert, die nichts von der Trennung von Hautfarben halten.

Gefundenes Fressen für Berlins Linke. Die «Tageszeitung» (Taz) zieht über Bürgerliche und AfD her, die von der «Diskriminierung von Weissen» sprächen. «Hetze ist das.»

«Schwarzer Peter»

Bissig kontert die Boulevardzeitung «Berliner Zeitung» («B.Z.») mit einem Kommentar, betitelt «Schwarzer Peter»: «Menschen mit weisser Haut­farbe sind nicht erwünscht. Dabei hatte die Volksbühne einen Ort für jeden Berliner versprochen, kostenlos und ohne Ausweiskontrolle.» Dies, obwohl die Volksbühne jährlich rund
23 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln erhalte.

«Das ganze (...) 300 000 Euro teure (...) Projekt», schreibt die «B.Z.» weiter, «ist ein peinlicher PR-Gag einer verwöhnten Kultur-Elite, die das Geld der Steuerzahler zum Fenster herauswirft.»

«Ziel rechter Hetze»

Gestern sagte die Volksbühne das geplante Schwimmen nur für Schwarze schliesslich ab. Das Theater begründete den Schritt mit Sicherheitsbedenken. Eine sichere An- und Abreise der angemeldeten Besucher könne nicht garantiert werden. Das geplante Schwimmen sei «zum Ziel rechter und rassistischer Hetze geworden», so die Volksbühne.

Diskriminierung ist in Deutschland «aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität» verboten.

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