Die Treibstoffkrise in England spitzt sich zu. Viele Tankstellen sind zu, haben Absperrungen an den Tanksäulen angebracht oder verweisen mit grossen Schilder darauf, «no fuel», also kein Benzin mehr zu haben.
An den wenigen Tankstellen, die Treibstoff geliefert bekommen, bilden sich riesige Schlangen. Die «Daily Mail» berichtet von Panikkäufen und davon, dass Autofahrer teilweise vor Tankstellen schlafen, um morgens die ersten zu sein, die ihr Auto mit Benzin oder Diesel füllen können.
Autofahrer halten Ausschau, welche Tankstellen beliefert werden
Doch damit nicht genug: Autofahrer berichten, wie sie zufällig Tanklastwagen sichteten und ihnen nachfuhren, um zu sehen, welche Tankstelle sie beliefern. Um dann möglichst weit vorne in der Schlange zu stehen. Wer es schaffte, berichtet davon, wie glücklich er sei.
In der Grafschaft Devon ganz im Süden der Insel seien mehrere Lenker einem Tanker nachgefahren, um zuzusehen, wie er die Zapfsäulen befüllt, berichtet ein Twitter-User.
Ausverkauft sind auch tragbare Kanister – offenbar versuchen Autofahrer, auch private Benzin- und Diesel-Vorräte anzulegen.
Problem sind die fehlenden Lastwagenfahrer
Ausgelöst wurde die Treibstoffkrise in Grossbritannien durch den Brexit und die Corona-Pandemie. Diese führte zu einem Mangel an Lastwagenchauffeuren: Schätzungen zufolge fehlen rund 100'000 LKW-Fahrer.
Angesichts eines akuten Arbeitskräfte-Mangels lockert die britische Regierung kurzfristig die Visabestimmungen für ausländische Fahrer. Wie die Regierung am Samstag mitteilte, sollen bis zu 10'500 befristete Arbeits-Visa für Lkw-Fahrer und Fachkräfte aus anderen wichtigen Branchen ausgestellt werden. (ct/kes/SDA)