Der bayerische Wirtschaftsminister und Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger (†55), ist tot. Das berichtet die «Bild» in Bezugnahme auf Quellen aus der bayerischen Staatsregierung und bei der Berliner Polizei.
Am Mittwoch wurde das Hauptstadtbüro der Freien Wähler in Berlin eröffnet. Der Parteichef fehlte laut Informationen von «Bild» offenbar, weil es ihm nicht gut ging. Er sei an einer Magen-Darm-Grippe erkrankt, hiess es aus dem Umfeld der Freien Wähler, berichtet «Focus online». Deshalb soll er im Hotel «Neuer Fritz» in Berlin-Mitte geblieben sein. Später sei er dann nicht mehr erreichbar gewesen und sei schliesslich leblos in seinem Zimmer entdeckt worden.
Zur Todesursache wurde zunächst nichts bekannt. CSU und Freie Wähler sagten gegenüber «Focus online», dass von einer natürlichen Todesursache ausgegangen werde. Es sei allerdings noch zu früh, sich dazu zu äussern, hiess es weiter.
Stellvertretender bayerischer Ministerpräsident
Aiwangers Familie wurde bereits informiert. Hubert Aiwanger lebte mit der Kommunalpolitikerin Tanja Schweiger zusammen, mit der er zwei gemeinsame Söhne hat.
Hubert Aiwanger wurde im März 2010 zum Parteichef der Freien Wähler gewählt. Seit November 2018 ist er der Wirtschaftsminister des Bundeslandes Bayern und stellvertretender bayerischer Ministerpräsident.
Flugblatt-Affäre sorgte 2023 für Schlagzeilen
2023 geriet der deutsche Politiker in die Schlagzeilen. Die «Süddeutsche Zeitung» warf ihm vor, im Rahmen eines Schülerwettbewerbs zur deutschen Geschichte ein antisemitisches Flugblatt verfasst zu haben. Das Pamphlet rief zur Teilnahme an einem angeblichen Bundeswettbewerb auf: «Wer ist der grösste Vaterlandsverräter?». Bewerber sollten sich «im Konzentrationslager Dachau zu einem Vorstellungsgespräch» melden, hiess es darin. Als erster Preis wurde «Ein Freiflug durch den Schornstein in Auschwitz» angepriesen. Weiter zu gewinnen sei «Ein lebenslänglicher Aufenthalt im Massengrab».
Aiwanger liess gegenüber der «SZ» über einen Sprecher mitteilen, er habe «das Pamphlet nicht produziert» und wies Vorwürfe des Rechtsextremismus zurück. Nur wenige Stunden nach dem Medienbericht der «SZ» erklärte Hubert Aiwangers älterer Bruder Helmut in einem Interview mit der Passauer «Neuen Presse», dass er die Schrift verfasst habe.