Er kooperiert mit den US-Behörden
Kriegsverbrecher-General verpfeift Assad

Der frühere syrische General Bassam al-Hassan lebt trotz Vorwürfen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Beirut. Hassan kooperiert mit US-Behörden – unter anderem im Fall des seit 2012 vermissten Journalisten Austin Tice.
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Wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt, mit Sanktionen belegt – und dennoch lebt er geschützt im Libanon: Bassam al-Hassan.
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Darum gehts

  • Ex-General Bassam al-Hassan lebt trotz Vorwürfen in Beirut
  • Er war Assads Berater und im Chemiewaffenprogramm tätig
  • Er kooperiert mit den US-Behörden
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Pauline BouillonRedaktorin News Desk

Er kennt die Geheimnisse des Assad-Regimes. Er soll in dessen Verbrechen verstrickt gewesen sein. Und er könnte wissen, was mit dem verschwundenen US-Journalisten Austin Tice (45) geschah. Trotzdem lebt Bassam al-Hassan (64) unbehelligt in Beirut – mit Unterstützung der Amerikaner.

Das ist der Vertraute Assads

Hassan gehörte zu den mächtigsten Männern im syrischen Machtapparat. Als enger Berater des ehemaligen syrischen Präsidenten Baschar al-Assad (61) steuerte er unter anderem das berüchtigte Chemiewaffenprogramm des Regimes. Dadurch war er in die militärischen und sicherheitspolitischen Strukturen des Regimes eingebunden.

Nach dem Sturz Assads im Dezember 2024 verliess Hassan Syrien. Zunächst hielt er sich im Iran auf, später kam er nach Beirut. Dort lebt er heute unter besonderen Bedingungen und steht in Kontakt mit amerikanischen und libanesischen Sicherheitsbehörden.

Vorwürfe gegen Hassan

Hassan wird eine Rolle bei den Verbrechen des Assad-Regimes vorgeworfen. Im Zentrum der Anschuldigungen: Die Beteiligung am syrischen Chemiewaffenprogramm. Frankreich sucht Hassan per internationalem Haftbefehl wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Auch die USA setzten den Ex-General auf ihre Sanktionsliste – arbeiten hinter den Kulissen aber eng mit ihm zusammen.

Die Kooperation erfolgt nicht zuletzt wegen Tice. Der amerikanische Journalist und ehemalige US-Marine verschwand 2012 in Syrien. Hassan soll Informationen über seine Gefangenschaft und sein weiteres Schicksal haben.

Bei Verhören durch US-Ermittler belastet Hassan seinen früheren Chef schwer: Assad selbst habe die Tötung von Tice befohlen. Ein von Hassan genannter Fundort der Leiche brachte bei Nachforschungen jedoch keinen Erfolg. Ob der Ex-General die Wahrheit sagt, bleibt unklar.

Darum kann er im Libanon bleiben

Der entscheidende Grund für seinen geschützten Aufenthalt liegt in seinem Wissen: Hassan kann den US-Behörden Informationen über den früheren syrischen Machtapparat liefern – insbesondere im Fall Tice. Für Washington macht ihn das zu einer wertvollen Quelle.

Für sein Wissen zahlen die USA einen hohen Preis: Hassan erhält amerikanischen Schutz, ein Aufenthaltsrecht im Libanon und Geld für seinen Lebensunterhalt. Auch die libanesischen Behörden decken den Deal.

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