Darum gehts
- Trump kündigt Energieangriffs-Stopp im Ukraine-Krieg an: Beide Seiten sollen zugestimmt haben
- Moskau und Kiew erwägen auch trilaterale Friedensgespräche mit USA und Ukraine im Oktober
- Steigende Ölpreise weltweit: Trump sieht Ukraine-Krieg als stärkere Ursache als Iran-Konflikt
Stehen die Zeichen nun auf einem nahenden Frieden? Am Montag verkündete US-Präsident Donald Trump (80) auf seiner Plattform Truth Social, dass es keine weiteren Angriffe auf Energieinfrastruktur im Ukraine-Krieg mehr geben solle – und das auf beiden Seiten. Trump schrieb hierzu: «Die Ukraine hat zugestimmt, keine russischen Energieziele anzugreifen. Russland hat sich ebenfalls dazu bereit erklärt!»
Die Vereinbarung brachte Trump mit den weltweit steigenden Ölpreisen in Verbindung. «Der weltweite Anstieg der Dieselpreise ist hauptsächlich auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zurückzuführen, nicht auf den Iran», betonte der US-Präsident in seiner Mitteilung. Aus Moskau und Kiew lagen zunächst keine direkten Bestätigungen vor.
Gibt es bald neue trilaterale Gespräche?
Am Montagabend meldete sich auch der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (48) auf X und weitete einen möglichen Angriffsstopp auf kritische Infrastrukturziele aus. «Der Krieg muss beendet werden. Und ein deeskalierender Schritt in Bezug auf kritische Infrastruktur könnte der erste Schritt in Richtung Frieden sein», betonte er. «Wenn unsere Partner bereit sind, dafür zu sorgen, dass Russland tatsächlich davon Abstand nimmt, unser Stromnetz, andere Energieanlagen, kritische Infrastruktur und Lebensmittelversorgungswege anzugreifen, dann sind wir natürlich bereit, eine entsprechende Einstellung unserer Angriffe zu gewährleisten», zeigte sich Selenski zurückhaltend.
In Hinblick auf ein mögliches Ende des Ukraine-Krieges gab es zuletzt immer wieder Bewegung in den diplomatischen Gesprächen. Russland hält eine Wiederaufnahme trilateraler Gespräche mit den USA und der Ukraine mittlerweile wieder für möglich. Bereits im Oktober könnte ein neuer Verhandlungsanlauf demnach beginnen. Am Sonntag erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow: «Wir schliessen eine solche Möglichkeit nicht aus. Das heisst, wir können den Monat Oktober nicht ausschliessen.» Es sei allerdings zu früh, um über einen geeigneten Ort für die Verhandlungen zu sprechen, betonte Peskow.
Laut ukrainischen Medienberichten bereitet sich auch Kiew auf mögliche Gespräche vor. «Wir bereiten uns vor. Im Oktober», sagte der Stabschef von Präsident Wolodimir Selenski (48), Kyrylo Budanow (40). Zuvor waren die US-Sondergesandten Steve Witkoff (69) und Jared Kushner (45) nach Moskau und Kiew gereist, um über neue Vorschläge für ein Kriegsende zu sprechen. Ein konkreter Durchbruch wurde dabei bislang jedoch nicht erreicht. Dennoch scheinen sich die Zeichen für eine verstärkte diplomatische Bewegung zu verdichten.