Darum gehts
- Audrey Backeberg nach 62 Jahren gefunden, lebend und wohlauf
- Sie floh vor ihrem alten Leben und baute ein neues auf – nun wurde sie gefunden
- Drei weitere Fälle von Verschwundenen, die nach Jahren aufgeklärt wurden
Für fast 63 Jahre galt Audrey Backeberg als verschollen – ein Cold Case, wie er im Buche steht. Doch dieser ungeklärte Fall aus Wisconsin bleibt kein ewiges Mysterium: Die US-Amerikanerin wurde in einem anderen Bundesstaat «lebend und wohlauf» gefunden.
Backeberg floh damals mit 20 Jahren und blieb trotz Ermittlungen für über 60 Jahre verschwunden. Kurz vor ihrem Verschwinden hatte sie Strafanzeige gegen ihren damaligen Mann Ronald erstattet, nachdem er ihr mit dem Tod gedroht haben soll, wie BBC berichtet. Als das Sheriff-Büro von Sauk County Anfang dieses Jahres die alten Akten überprüfte, wurde der ungelöste Fall erneut aufgerollt. Eine digitale Ahnenforschungsbank brachte schliesslich den Erfolgstreffer.
Neues Leben, neuer Ehemann
Und es zeigte sich: Die mittlerweile 82-Jährige hatte sich über die Jahrzehnte ein neues Leben aufgebaut und sogar wieder geheiratet. Ob sie mit ihrem neuen Ehemann Kinder bekommen hat, wollte sie den Ermittlern zunächst nicht verraten.
Mit ihrer Geschichte ist Audrey Backeberg nicht allein. Auch diese Fälle sorgten für Schlagzeilen.
Alex Batty
Batty wurde 2006 in Grossbritannien geboren und kam unter die Vormundschaft seiner Grossmutter. Allerdings erlaubte diese seiner Mutter, ihren Sohn im Jahr 2017 mit in die Ferien nach Spanien zu nehmen. Ein fataler Fehler, wie sich später herausstellte. Denn: Ganze sechs Jahre lebten sie in einer Gruppe von Aussteigern, die durch Spanien, Marokko und Frankreich reisten. Die Grossmutter blieb zurück und konnte lediglich eine Vermisstenanzeige aufgeben. Mit 17 tauchte der ehemalige «Nomade» jedoch in Frankreich auf: Er hatte die Nase voll und wollte zurück nach Grossbritannien zu seiner Grossmutter.
Brenda Heist
Brenda Heist sollte ihre Kinder 2002 von der Schule abholen, doch sie tauchte nicht auf. Trotz der Ermittlungen blieb sie verschollen. Weil sie ganze elf Jahre nicht zurückkehrte, liess ihr Mann sie für tot erklären. Doch 2013 dann der Wendepunkt: Aus dem Nichts meldete sie sich bei der Polizei in Florida. Fotos zeigten eine kranke und abgemagerte Frau. Sie behauptete, obdachlos gewesen zu sein.
Wie sich später herausstellte, hatte sie aber zeitweise auch ein normales Leben als Putzhilfe geführt. Ein Happy End mit ihrer Familie gab es nicht – im Gegenteil. Die Kinder waren so verletzt, dass sie ihre Mutter nicht sehen wollten.
Richard Hoagland
Hoagland lebte mit seiner Frau und zwei Söhnen im Bundesstaat Indiana. Sein Verschwinden startete ganz harmlos: Er rief seine Frau an und teilte ihr mit, dass er ins Spital gehe, da er sich nicht gut fühle. Als sie ihn dort besuchen wollte, war ihr Ehemann nicht da. Wie sie ABC im Interview sagte, liess er alles zurück. 23 Jahre später bekam die Neuverheiratete einen überraschenden Anruf: Man habe ihren für tot erklärten Ehemann verhaftet. Ein Riesenschwindel kam ans Licht: Hoagland startete mit einer neuen Identität in Florida ein neues Leben – mit Ehefrau, Kindern und sogar einem neuen Unternehmen.