Atomvertrag endet heute
Bei der Atomrüstung gibt es ab sofort keine Grenzen mehr

Der Atomwaffenvertrag New Start zwischen den USA und Russland endet heute. Moskau sieht sich nicht mehr an Vertragsverpflichtungen gebunden. Experten warnen vor einem neuen nuklearen Wettrüsten und fordern internationale Bemühungen zur Rüstungskontrolle.
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Eine automatische Kamera filmte eine von Frankreich im Juli 1970 auf dem Mururoa-Atoll durchgeführte Atombombenexplosion. Nach dem Ende des Atomwaffenvertrages zwischen den USA und Russland, kommt es zu neuem atomarem Wettrüsten?
Foto: STRINGER

Darum gehts

  • Atomwaffenvertrag New Start zwischen USA und Russland endet heute ohne Verlängerung
  • Experten warnen vor neuem nuklearen Wettrüsten und höheren Gefahren
  • Vertrag begrenzte auf 1.550 Atomsprengköpfe und 700 Trägersysteme pro Seite
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Der Atomwaffenvertrag New Start zwischen den USA und Russland läuft heute als letztes grosses Abkommen zur nuklearen Abrüstung aus. Washington habe bis zuletzt nicht auf den russischen Vorschlag geantwortet, die festgelegten Obergrenzen für ein weiteres Jahr einzuhalten, sagte der aussenpolitische Sprecher von Kreml-Chef Wladimir Putin (73), Juri Uschakow (78), in Moskau. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass.

Unter den gegebenen Umständen gehe Moskau davon aus, dass die Vertragspartner nicht weiter an Verpflichtungen des Vertrags gebunden und grundsätzlich frei seien in der Wahl ihrer folgenden Schritte, teilte das russische Aussenministerium mit.

New Start war 2010 vereinbart worden und sah vor, die Arsenale auf 1.550 strategische Atomsprengköpfe und 700 einsatzbereite Trägersysteme für jede Seite zu beschränken. US-Präsident Donald Trump (79) sagte zuletzt zum Ende des Vertrages: «Wir werden einfach ein besseres Abkommen machen.»

Friedensforscher: Neue Phase erhöhter Gefahren

Allerdings befürchten viele Experten, dass es ohne New Start (Englisch: New Strategic Arms Reduction Treaty) zu einem neuen nuklearen Wettrüsten kommen könnte. «Das Auslaufen des New-Start-Vertrags läutet eine neue Phase erhöhter nuklearer Gefahren ein», kommentierte Karim Haggag, der Direktor des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri. Die europäischen Staats- und Regierungschefs sollten sich für Rüstungskontrolle einsetzen und auf die USA einwirken.

Washington fordert die Einbeziehung Chinas, das nuklear rasch aufrüstet, in ein künftiges Kontrollsystem. Peking lehnt dies bislang ab. Auch Moskau hält dies für unnötig, das chinesische Atompotenzial sei noch zu klein.

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