«Katastrophale Folgen»
Dänemark kauft Marschflugkörper – Kreml fassungslos

Dänemark investiert viel Geld in hochpräzise Marschflugkörper. In Russland sorgt die Mitteilung für Verärgerung. Der Kreml warnt bereits vor «katastrophalen Folgen».
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Der dänische Verteidigungsminister Jeppe Bruus hat die Beschaffung von Langstrecken-Präzisionsraketen angekündigt.
Foto: imago/Ritzau Scanpix
Alexander Terwey Ringier
Alexander TerweyStv. Teamlead News-Desk

Der dänische Verteidigungsminister Jeppe Bruus hielt am Donnerstag eine Pressekonferenz ab, die hohe Wellen schlug. Dänemark hat den Kauf seiner ersten Langstrecken-Marschflugkörper vereinbart – eine Investition in die eigene Sicherheit.

Die neuen Raketensysteme würden Dänemarks Fähigkeiten stärken und im Falle eines Angriffs Gegenangriffe «hinter den feindlichen Linien» ermöglichen, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Minister. «Wir befinden uns in einer ernsten und sich verschlechternden Sicherheitslage», warnte Bruus.

«Katastrophale Folgen»

Konkret plant die dänische Regierung den Kauf der in Deutschland produzierten Anthem-Rakete des US-Rüstungsherstellers Covenant. Neben den Marschflugkörpern will sie für ihre F-35-Kampfjets sogenannte Joint Strike Missiles des norwegischen Unternehmens Kongsberg beschaffen. Nähere Angaben zu Stückzahlen, Kosten und Lieferzeiten machte Bruus indes nicht.

Die russische Botschaft liess kurz nach der Pressekonferenz verlauten, das Vorhaben Dänemarks ziele auf eine Konfrontation mit Moskau ab – und warnte vor «unvermeidlichen katastrophalen Folgen».

«Gefährliche Illusion»

Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte der russische Botschafter in Dänemark, Wladimir Barbin: «Kopenhagen lässt sich von der gefährlichen Illusion verleiten, dass die Anschaffung hochpräziser Offensivwaffen mit grosser Reichweite, die dazu bestimmt sind, eine militärische Bedrohung für eine Atommacht darzustellen, zur Stärkung der Sicherheit und der Verteidigung Dänemarks beitragen würde.»

Ganz überraschend kommt die Mitteilung des dänischen Verteidigungsministers aber nicht. Dänemark hatte bereits im September vergangenen Jahres angekündigt, Langstrecken-Präzisionsraketen erwerben zu wollen.

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