Darum gehts
- Attentäter Taleb A. zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt
- Sechs Tote, über 300 Verletzte nach Autoattacke auf Weihnachtsmarkt 2024
- Ermittlungen: Sicherheitsbehörden versäumten Prävention trotz früherer Warnzeichen
Der Attentäter von Magdeburg wird den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen. Das Landgericht Magdeburg verurteilte den 50-jährigen Taleb A.* am Freitag zu einer lebenslangen Haftstrafe. Zudem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete eine anschliessende Sicherungsverwahrung mit Vorbehalt an. Das berichten mehrere deutsche Medien.
Damit folgte das Gericht den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Nebenklägern. Die Verteidigung hatte gegen eine Sicherungsverwahrung argumentiert.
Taleb A., ein aus Saudi-Arabien stammender Psychiater, war am 20. Dezember 2024 mit einem gemieteten BMW X3 in eine Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt gerast. Sechs Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt.
Narzisstische Persönlichkeitsstörung bescheinigt
Während des Prozesses zeigte der Angeklagte laut Beobachtern wenig Reue. Er äusserte sich mehrfach politisch, wirkte teilweise verwirrt. Ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte ihm eine narzisstische Persönlichkeitsstörung.
Der Fall hatte die Behörden bereits vor der Tat jahrelang beschäftigt. Taleb A. war durch Drohungen, juristische Auseinandersetzungen und radikale Äusserungen aufgefallen. Er sympathisierte mit Rechtsextremen und kritisierte zugleich scharf den Islam.
Ein Untersuchungsausschuss des Magdeburger Landtags arbeitet parallel auf, warum die Tat nicht verhindert werden konnte. Dabei wurden erhebliche Versäumnisse bei Sicherheitsbehörden, Stadtverwaltung und Veranstaltern festgestellt. Kritisiert wurden unter anderem offene Zufahrten zum Weihnachtsmarkt und fehlender Informationsaustausch zwischen Behörden.
* Name bekannt