Darum gehts
- Türkei startet Anti-Terror-Operation nach Angriff vor Konsulat in Istanbul
- 198 Verdächtige aus 34 Provinzen wegen IS-Verbindungen festgenommen
- Angriff dauerte 10 Minuten, zwei Polizisten leicht verletzt
Nach den Schüssen vor dem israelischen Konsulat in Istanbul am Dienstag hat die Türkei eine landesweite Anti-Terror-Operation gestartet. Dabei wurden gemäss Justizminister Akin Gurlek 198 Verdächtige in 34 Provinzen festgenommen. Ziel der Aktion war die Terrororganisation Islamischer Staat (IS), wie Gurlek laut SRF erklärte. Mindestens einer der Angreifer vom Dienstag hatte Verbindungen zum IS, berichteten türkische Medien.
Der Angriff ereignete sich im Geschäftsviertel Levent, wo drei Bewaffnete mit einem Mietwagen auftauchten. Zwei Polizisten wurden bei dem Schusswechsel leicht verletzt. Einer der Angreifer wurde von der Polizei getötet, zwei weitere – Brüder, die laut Gurlek im Drogenhandel aktiv waren – schwer verletzt und ins Spital gebracht.
Seit Jahren mit dem IS zu kämpfen
Zwölf Verdächtige befinden sich bereits seit Mittwoch in Polizeigewahrsam. Laut Zeugen dauerte die Auseinandersetzung rund zehn Minuten. In dem angegriffenen Konsulat befanden sich keine israelischen Diplomaten – die Vertretung wurde nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 evakuiert.
Die Türkei hat seit Jahren mit dem IS zu kämpfen. Bereits im Dezember 2025 kam es südlich von Istanbul zu einem tödlichen Zusammenstoss mit einer IS-Zelle, die Anschläge zu Silvester plante. Neun Menschen starben. Die Täter vom Dienstag waren laut Behörden türkische Staatsbürger, keine ausländischen Kämpfer. Seibert betonte, dass die Ermittlungen wegen der tiefen IS-Verankerung in der Türkei besonders breit angelegt seien.