Airbus und die US-Firma Kratos haben erstmals einen unbemannten Kampfjet namens «U740-Valkyrie» auf europäischem Boden getestet. Der Erstflug fand auf einem Testgelände in Schweden statt. Bis 2029 soll daraus ein einsatzbereites System für die deutsche Bundeswehr und andere europäische Luftwaffen werden. Das Ziel ist klar: Abschreckung gegen die Bedrohung aus Moskau.
Unbemannte Jets sind in Europa zwar keine Neuheit mehr, doch der Ansatz der «Valkyrie» ist neu: Das Flugzeug dient als relativ kostengünstiger, robotergesteuerter Begleiter – ein sogenannter «Loyal Wingman». Die Drohne fliegt an der Seite von bemannten Kampfjets wie dem Eurofighter, schützt die Piloten bei gefährlichen Einsätzen und vergrössert deren Reichweite und Schlagkraft. Die europäische High-Tech-Ausführung dürfte pro Stück gegen 20 Millionen Euro kosten.
Luftwaffen verstärken
Beim Test in Nordeuropa flog die Drohne bis zu 980 km/h schnell (Mach 0,8) und passte ihren Kurs in der Luft selbständig an. Die «Valkyrie» kann ohne Piste per Raketenstart abheben, fliegt über 5000 Kilometer weit und trägt Waffen in einem internen Schacht.
Das digitale Gehirn der Drohne stammt von Airbus. Die KI-Software steuert den Jet und kann sogar ganze Drohnen-Schwärme koordinieren. Trotz der hohen Autonomie gilt die Regel: Die Entscheidung über einen Waffeneinsatz trifft weiterhin ein Mensch.
«Luftstreitkräfte brauchen in schwierigen Zeiten bezahlbare Verstärkung», sagte Mike Schoellhorn, Chef von Airbus Defence and Space. Durch die Verbindung der US-Flugzeugzelle mit dem europäischen Steuerungssystem wolle man bis Ende des Jahrzehnts eine einsatzbereite und verlässliche Verstärkung für die Luftwaffe liefern.