Abnehmspritze abgesetzt
Die Kilos kommen schnell wieder zurück

Patienten, die Abnehmspritzen absetzen, nehmen laut einer Studie aus Cambridge schnell wieder zu. Innerhalb eines Jahres kehren 60 Prozent des verlorenen Gewichts zurück, langfristig bleibt jedoch etwa ein Viertel der Reduktion.
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Abnehmspritzen-Patienten legen nach Absetzung schnell wieder an Gewicht zu.
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Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Patienten nehmen nach Absetzen von Abnehmspritzen 60 Prozent des Gewichts wieder zu
  • Nach einem Jahr bleibt durchschnittlich ein Viertel des Gewichtsverlusts erhalten
  • Studie mit 3236 Teilnehmern, durchschnittliches Ausgangsgewicht 104 bis 112 Kilogramm
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Nach dem Absetzen von Abnehmspritzen nehmen Patienten schnell wieder zu. Sie bewahren aber einer Studie zufolge womöglich etwa ein Viertel des Gewichtsverlusts längerfristig.

Ein Jahr nach Therapiestopp seien durchschnittlich bereits 60 Prozent des verlorenen Gewichts wieder drauf, berichtet ein Forschungsteam in der Fachzeitschrift «EClinicalMedicine».

Das Team um Brajan Budini von der University of Cambridge hatte sechs Untersuchungen zu Medikamenten mit sogenannten GLP-1-Rezeptor-Agonisten mit insgesamt 3236 Teilnehmern einbezogen. In drei der berücksichtigten Studien wurde der Wirkstoff Semaglutid getestet, der in den Präparaten Ozempic und Wegovy enthalten ist. In zwei Studien kam der Wirkstoff Tirzepatid und in einer der Wirkstoff Liraglutid zum Einsatz.

Durchschnittliches Ausgangsgewicht: Zwischen 104 und 112 Kilo

Patienten, die solche Präparate absetzen, legen demnach zunächst schnell und dann immer langsamer wieder an Gewicht zu. Der Endpunkt liege vielleicht bei etwa 75 Prozent – allerdings nur nach theoretischer Berechnung. Reale Langfrist-Werte gibt es bisher nicht. Studien hatten gezeigt, dass etwa die Hälfte derjenigen, die eine Therapie mit Abnehmspritzen beginnen, diese vorzeitig beenden - theoretisch müsste sie wohl lebenslang fortgesetzt werden, um den Erfolg zu bewahren, vermuten Experten. «Die Behandlung wird häufig aufgrund von Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt, finanziellen Schwierigkeiten und eingeschränktem Zugang durch Krankenversicherungen oder Verschreibungsrichtlinien abgebrochen», schreiben Budini und Kollegen.

Das durchschnittliche Ausgangsgewicht lag in den berücksichtigten Studien bei 104 bis 112 Kilogramm. Mit Semaglutid nahmen die Versuchsteilnehmer durchschnittlich etwa 11 bis 17 Prozent ab, mit Tirzepatid 15 bis 23 Prozent, allerdings über einen erheblich längeren Zeitraum (mehr als drei Jahre)

«Strategie kann Langzeitverträglichkeit verbessern»

Bei variierender Behandlungsdauer, verschiedener Dosierung und unterschiedlicher Höhe des Gewichtsverlusts ergaben sich bei der Gewichtszunahme nach Beendigung der Therapie sehr ähnliche Kurven. Der Mittelwert der immer flacher ansteigenden Kurven liegt nach 52 Wochen bei 60 Prozent des abgenommenen Gewichts. Verlängert man die Bahn, könnte bei 75 Prozent ein Wert erreicht werden, über den hinaus sich das Gewicht womöglich nicht weiter erhöht. Ob dem tatsächlich so ist, ist aber unklar.

Budini und Kollegen verweisen auf aktuelle, noch laufende Studien, in denen nach dem Erreichen des Zielgewichts die Dosis individuell so reduziert wurde, dass die Patienten ihr Gewicht halten können. «Diese Strategie kann die Langzeitverträglichkeit verbessern, jedoch ist es unter Umständen nicht möglich, die Behandlung vollständig abzubrechen», hiess es.

Nach einer Untersuchung des Beijing University People's Hospital in Peking nehmen Patienten umso stärker wieder zu, je höher ihr Gewichtsverlust gewesen ist – selbst wenn sie an Programmen teilnehmen, um ihren Lebensstil, etwa das Ess- und Bewegungsverhalten, zu verändern. Ähnliches erleben zum Beispiel Menschen, die eine stark kalorienreduzierte Diät einhalten – auch sie nehmen nach deren Ende stärker wieder zu als Menschen, die nur eine moderate Kalorieneinschränkung durchlaufen.

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