6000 Wohnblocks nicht geheizt
Klitschko rät Bürgern von Kiew zum Verlassen der Stadt

Nach einem massiven russischen Luftangriff sind eine halbe Million Haushalte in Kiew ohne Strom. 6000 Wohnblocks können nicht geheizt werden, 500'000 Haushalte sind ohne Strom.
Kommentieren
1/5
Ein russischer Luftangriff hat die ukrainische Hauptstadt Kiew stark beschädigt.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Russischer Luftangriff auf Kiew zerstört Infrastruktur; Bürgermeister rät zum Verlassen der Stadt
  • 6000 Wohnblocks ohne Heizung, städtische Dienste arbeiten im Notfallmodus
  • 500'000 Haushalte ohne Strom, 4 Tote, 20 beschädigte Wohnblocks
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Nach dem schweren russischen Luftangriff auf Kiew hat Bürgermeister Vitali Klitschko (54) den Einwohnern zum zeitweiligen Verlassen der Dreimillionenstadt geraten. 6000 Wohnblocks, die Hälfte der Mehrfamilienhäuser der ukrainischen Hauptstadt, könnten derzeit nicht geheizt werden, schrieb Klitschko auf Telegram. «Die städtischen Dienste arbeiten im Notfallmodus.»

Der Angriff der vergangenen Nacht sei für die Infrastruktur von Kiew der bislang folgenschwerste des Krieges gewesen. Die Lage werde durch den strengen Winter verschärft. Wer anderswo Energie und Wärme finden könne, sollte die Hauptstadt vorübergehend verlassen, schrieb Klitschko.

Gegenüber der «Bild» beschreibt eine Bewohnerin Kiews den russischen Angriff. «Die ganze Zeit gab es Explosionen, alles in meiner Nähe. Die Wohnung wurde immer wieder von einem orangefarbenen Leuchten erhellt. Ich habe die ganze Nacht ein Heiligenbild in den Händen gehalten und gebetet.» Sie und ihr Mann hätten aktuell weder Strom noch Heizung in der Wohnung.

500'000 Haushalte ohne Strom

Dies war kein offizieller Aufruf zur Evakuierung, sondern als Ratschlag an die Kiewer gemeint, auf ihre ofengeheizten Datschen, ein Grundstück mit einem Garten- oder Wochenendhaus, zu fahren oder sich bei Verwandten und Freunden in weniger betroffenen Orten einzuquartieren.

In der Hauptstadt und im Umland waren nach Angaben des Energieministeriums am Freitagmorgen etwa 500'000 Verbrauchsstellen ohne Strom. Nach Zählung der ukrainischen Luftwaffe hatte die russische Armee Kiew in der Nacht mit mehr als 200 Drohnen sowie Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern attackiert. Dabei wurden mindestens vier Menschen getötet. Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) teilte mit, 20 Wohnblocks seien beschädigt worden.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen