Darum gehts
- Schwerer Luftangriff in Kyauktaw, Myanmar, tötet 49 Menschen
- Militär bombardiert Markt und Brücke, 58 Verletzte, 22 schwer verletzt
- Arakan Army kündigt Vergeltung an, betroffenes Gebiet von Rebellen kontrolliert
Mindestens 49 Menschen wurden getötet, 58 weitere teils schwer verletzt. Am Montagmittag (Ortszeit) kam es in der Stadt Kyauktaw in Myanmar zu einem schweren Luftangriff des myanmarischen Militärs. Das Ziel: ein gut besuchter Markt und eine Brücke. Das Gebiet im westlichen Bundesstaat Rakhine wird von einer mächtigen Rebellengruppe kontrolliert. Immer wieder kommt es im ganzen Land zu tödlichen Luftangriffen des Militärs gegen prodemokratische Widerstandskräfte und Rebellen.
Seit dem Putsch im Februar 2021 steckt Myanmar in einer tiefen Krise. Das Militär übernahm die Macht von der gewählten Regierung unter Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (81). Diese Militärherrschaft stiess im Land auf breiten Widerstand und sorgt seitdem für Unruhen und Aufstände.
Zahlreiche Zivilisten getötet
Die Rebellengruppe Arakan Army, die Kyauktaw kontrolliert, teilte am Dienstag in einer Erklärung mit, dass ein Kampfflugzeug gegen Mittag zwei Bomben in der Nähe des lokalen India Markets und der Kassapanadi-Brücke abgeworfen und dabei mindestens 49 Händler, Käufer und Fussgänger getötet habe. Demnach seien 58 weitere Personen verletzt worden, 22 davon schwer. Diese Angaben bestätigten auch der Sender DVB TV und die News-Plattform «One Nation News».
Auch Wai Hun Aung, ein hochrangiger Rettungsbeamter in Rakhine, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AP die Opferzahlen und berief sich dabei auf Rettungskräfte vor Ort. Der Markt sei das wichtigste Grosshandelszentrum der Region und ziehe Händler und Käufer aus dem gesamten Bundesstaat an, erklärte er gegenüber AP. «Dies ist einer der schwersten Luftangriffe in Rakhine», betonte er.
Rebellengruppe kämpft für Autonomie der Region
Das myanmarische Militär hat sich bislang nicht zu dem Angriff geäussert. Zuvor hatte das Militär erklärt, ausschliesslich legitime militärische Ziele anzugreifen.
Die Rebellengruppe Arakan Army kämpft als bewaffnete ethnische Organisation für eine grössere Autonomie Rakhines. In der Erklärung der Gruppe hiess es weiter, dass sie «in Kürze wirksame Vergeltungsmassnahmen gegen die Personen und Organisationen ergreifen, die direkt für die Angriffe verantwortlich sind, bei denen es sich um vorsätzliche Luftangriffe handelte, die zu zahlreichen Opfern geführt haben.» Nach Angaben der News-Plattform «One Nation News» war der Markt zur Zeit des Angriffs voller Zivilisten.