Enkel des Ritter-Clans packt aus
Das tragische Leben der berüchtigtsten TV-Familie Deutschlands

Neue Einblicke in die Familie Ritter aus Deutschland: Der Lieblingsenkel von Karin Ritter erzählt in einer TV-Doku von seiner Kindheit im rechtsradikalen Clan. Ein Überblick über die Mitglieder der Ritter-Familie und neue Perspektiven.
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1994 begann «Stern TV», die Familie Ritter in ihrem Alltag zu begleiten. Im Bild: Karin Ritter.
Foto: Youtube/@sternTV

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • «Stern TV» begleitet rechtsradikale Familie Ritter seit 30 Jahren
  • David Ritter, Enkel von Karin, erzählt in neuer Doku über sein Leben im Ritter-Clan
  • Ritter-Söhne begangen bereits in ihrer Kindheit Gewalttaten, später folgten viele Haftstrafen
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Die Ritter-Familie ist in Deutschland ein Begriff. Sie ist bekannt für ihr Leben in Armut und Gewalt und wurde über die Jahre durch verschiedene TV-Dokus zu einem Symbol für soziale Probleme und rechtsextreme Tendenzen.

David Ritter ist eines der jüngsten Mitglieder der rechtsradikalen Familie, die «Stern TV» seit 30 Jahren begleitet. In der neuesten Doku kommt er nun zu Wort und erzählt seine Sicht auf das Leben in Deutschlands berüchtigtster TV-Familie. Im Folgenden wird ein Überblick über die Onkel und die Grossmutter Davids gegeben, ergänzt aus der Perspektive des Enkels.

Karin Ritter (1955–2021)

1994 startete ein besonderes Kapitel deutscher TV-Geschichte, als «Stern TV» Familie Ritter in ihrem Alltag begleitete. In einem Obdachlosenheim in Köthen im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt begann die Langzeitdoku und schilderte ein Familienleben voller Armut, Gewalt, Alkohol- und Drogensucht sowie Fremdenfeindlichkeit.

Karin Ritter führte mit ihrem Mann und ihren sechs Kindern ein Leben in der verwahrlosten Wohnung zwischen Gerümpel, Müll und Zigarettenstummeln. Zu Beginn der Doku waren Karin und ihr Mann bereits arbeitslos und bezogen Sozialhilfe. Im Kopf geblieben sind viele Szenen, in denen sie sich rassistisch äussert. So antwortete sie 2016 auf eine Frage des «Stern TV»-Teams bezüglich ihrer Haltung gegenüber der deutschen Flüchtlingspolitik: «Raus mit die Viecher! Die sind hier nicht erwünscht.» Ihren Kindern und Enkelkindern lehrte sie von klein auf den Hitlergruss. Neonazis kamen und gingen in der Wohnung einher – die Kinder schnappten die rechtsradikalen Parolen auf.

Ihr Enkel David ist bei den Grosseltern aufgewachsen. Während er mit seinen Onkeln negative Erinnerungen verbindet, hat er, wenn er an seine Grossmutter Karin denkt, positive Gefühle. «Aus meiner Sicht hat sie alles gut gemacht. So gut es geht, hat sie versucht, mich zu schützen», erinnert er sich an Karin Ritter. Weiter erzählt er: «Sie hat dafür gesorgt, dass ich regelmässig in die Schule gehe, hat sich drum gekümmert, dass ich als kleiner Bengel schon Markenklamotten getragen habe, dass ich ein kindgerechtes Zimmer mit Fernseher, Spielekonsole hatte … für mich war es auf jeden Fall die beste Oma – auch wenn sie manchmal komisch war.»

René Ritter (41)

René Ritter ist der älteste Sohn von Karin Ritter. Aufgrund seiner Alkoholsucht und begangener Verbrechen sass der 41-Jährige lange Zeit im Massregelvollzug.

Im März 1994 erklärte der junge René in einem Interview mit «Stern TV», es seien die Ausländer, die die ganze Arbeit wegnehmen würden. So auch seinen Eltern. Er wurde gefragt, was er tun würde, wenn er auf einen Ausländer triff. Die Antwort: «Den schlag’ ich blau.»

David, der Enkel Karin Ritters, verbindet das Zusammenleben im Ritter-Clan in der neuen Doku mit konstanter Gewaltbereitschaft. «Deeskalation gibt es in der Familie nicht. Am besten ist, ich renne mit meinem Kopf gegen deinen Kopf oder mit meiner Hand in dein Gesicht», fasst er das Erleben des Familienalltags zusammen.

Andy Ritter (1984–2023)

Wie seine Brüder sass auch Andy Ritter mehrfach und mehrjährig wegen diverser Delikte im Gefängnis. Zuletzt lebte er obdachlos in München. Gegen seine Drogenabhängigkeit kam er nicht an. Wie seine Brüder René und Norman angaben, soll er 2023 mit nur 39 Jahren verstorben sein. Bereits in ihrer Kindheit kamen die Brüder in Kontakt mit Drogen und Alkohol und entwickelten Abhängigkeiten.

Norman Ritter (1984–2025)

Am 15. Januar starb Norman Ritter nach starker Alkoholabhängigkeit an den Folgen einer Leberzirrhose.

Mit neun Jahren antwortete Norman auf die Frage, was er einmal werden wolle, mit «Skinhead». Nur wenige Tage vor dem Interview überfielen er und seine Brüder die Nachbarsfamilie und schlugen das ältere Ehepaar mit Knüppeln zusammen. Kurz darauf zerlegten sie die gesamte Wohnung der Familie.

Die Nachbarin erzählte in einem «Spiegel TV»-Beitrag, wie sie sich im Kinderzimmer versteckte, um ihr Enkelkind zu schützen. Während sie die Tür festhielt, schlugen die Ritter-Kinder mit einer Axt darauf ein. Die Nachbarn zogen überstürzt aus – ihr Hab und Gut liessen sie aus Angst zurück. Später erklärte der neunjährige Norman Ritter, dass ihm die Nachbarin nicht leidtue. Kichernd ergänzte er, mit der Axt in der Hand, dass er sie «tot machen» würde, sollte sie wieder zurückkehren.

David hat keine guten Erinnerungen an seine Onkel: «Meinen Onkels habe ich gebrochene Rippen zu verdanken, zig blaue Flecken, alles. Und so wollte ich einfach nicht zur Schule gehen.»

Christopher Ritter (37)

Der jüngste Ritter-Bruder verbrachte den grossen Teil seines Lebens im Gefängnis. Mittlerweile sitzt er im Massregelvollzug. Er gab an, aufgrund seiner Alkoholsucht eine Therapie machen zu wollen.

David Ritter erinnert sich in der neuen Doku an das Aufwachsen mit seinen Onkeln. «Man ist von der Schule gekommen, da war bei Norman oder Christopher das Fenster offen und man hat lautstarke rechte Musik gehört und Hassparolen», berichtet er. Wie er angibt, sei der Fremdenhass seiner Onkel nicht sein Ding gewesen.

David Ritter (26)

David ist ein Enkel Karin Ritters. Er soll ihr Lieblingsenkel gewesen sein. Auch er rutschte in die Drogenabhängigkeit, kam wegen Körperverletzung ins Gefängnis. Mittlerweile hat er seinen Schulabschluss nachgeholt – will sein Leben in den Griff bekommen. Er lebt mit seiner Partnerin und drei Kindern zusammen. David betont: «Ich möchte wieder arbeiten, um den beiden Jungs und der Kleinen ein ordentliches Leben zu bieten und sie nicht die gleiche Schiene wie ich fahrenzulassen: drogenabhängig und kriminell.»

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