Rückkehr in die Heimat
150'000 Euro ins Haus gesteckt: Jetzt will seine Familie zurück nach Deutschland

17 Jahre lebte ein Kroate in Deutschland, dann kehrte er mit Frau und Kindern in die Heimat zurück. Er investierte 150'000 Euro in ein altes Familienhaus. Doch nach einem Jahr will seine Familie zurück nach München. Was, wenn der Traum von der Rückkehr zum Albtraum wird?
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Was, wenn der Traum von der Rückkehr zum Albtraum wird?
Foto: Diego F. Parra
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Jahrelang hatte er sich ausgemalt, wie es sein würde, wieder in der Heimat zu leben. Ein eigenes Haus, vertraute Umgebung und ein Neuanfang mit der Familie: Für einen Kroaten, der 17 Jahre in Deutschland gearbeitet hatte, sollte dieser Traum endlich Wirklichkeit werden.

Gemeinsam mit seiner Frau und den Kindern kehrte er nach Kroatien zurück. Die alte Familienimmobilie sollte zum neuen Zuhause werden. Dafür investierte er nach eigenen Angaben 150'000 Euro in die Renovation. Doch das erhoffte Glück stellte sich offenbar nicht ein.

Wie das serbische Nachrichtenportal «Blic» berichtet, schilderte der Mann seine Situation in einer Facebook-Gruppe namens «Deutschland ohne Stress». Bereits ein Jahr nach der Rückkehr steht die Familie demnach vor einer schwierigen Entscheidung.

Seine Frau hält es in Kroatien nicht mehr aus

Der Mann habe gehofft, in der Heimat endlich anzukommen. Doch seine Frau könne sich mit dem Leben in Kroatien nicht anfreunden. Auch die Kinder vermissten ihre Freunde in Deutschland. Gleichzeitig verdiene er in Kroatien nach eigener Aussage fast dreimal weniger als zuvor.

Dann kam die Nachricht, die seine Pläne endgültig ins Wanken brachte: Seine Frau wolle mit den Kindern nach München zurückkehren, mit ihm oder ohne ihn.

«Ich habe mein ganzes Leben in dieses Haus investiert», schrieb er laut «Blic» in der Facebook-Gruppe. Besonders bitter sei, dass er sich die Rückkehr so lange gewünscht habe und nun befürchte, wegen dieses Traums seine Familie zu verlieren.

Seine Frau und die Kinder sehen offenbar ihre Zukunft wieder in Deutschland. Für ihn hingegen steht das renovierte Elternhaus für einen Lebenstraum, den er nicht ohne Weiteres aufgeben möchte.

«Zuhause ist die Familie, nicht das Haus»

Der Beitrag löste eine Diskussion darüber aus, was bei einer solchen Entscheidung wichtiger ist: die Heimat, in die man zurückkehren möchte, oder das gemeinsame Leben als Familie.

Einige Gruppenmitglieder rieten dem Mann, nach München zurückzukehren. «Zuhause ist dort, wo deine Familie ist», lautete sinngemäss eine der Antworten. Eine Kommentatorin argumentierte, ein Haus sei kein Ersatz für die Familie.

Andere vertraten die Ansicht, er solle in Kroatien bleiben und nicht alles aufgeben, was er sich aufgebaut habe. Wieder andere empfahlen, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.

Ob die Familie tatsächlich auseinandergeht oder der Mann seiner Frau und den Kindern nach Deutschland folgt, ist aus dem Bericht nicht ersichtlich. Die Geschichte zeigt aber, wie unterschiedlich die Erwartungen innerhalb einer Familie sein können, wenn ein lang gehegter Wunsch Wirklichkeit wird.

Dubrovnik ist einmalig. Die Erwartungen an ein Leben hier können sich jedoch klar von der Realität unterscheiden.
Foto: Unsplash

Auch in der Schweiz zieht es Menschen im Pensionsalter ins Ausland

Der Fall aus Kroatien betrifft eine Familie, die nach vielen Jahren im Ausland in ihre frühere Heimat zurückgekehrt ist. Das Thema ist jedoch auch für die Schweiz relevant. Denn der Schritt ins Ausland oder zurück in ein früheres Heimatland beschäftigt Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen, auch rund um die Pensionierung.

Die Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen, dass die Schweiz ein Land mit ausgeprägter internationaler Mobilität ist. 2025 wanderten vorläufigen Zahlen zufolge rund 29'400 Schweizer Staatsangehörige aus. Gleichzeitig zogen etwa 23'100 Schweizerinnen und Schweizer aus dem Ausland in die Schweiz. Die Zahlen umfassen alle Altersgruppen und erlauben keine Aussage darüber, wie viele Menschen wegen der Pensionierung auswanderten oder zurückkehrten.

Das Alter spielt bei den Wegzügen eine grosse Rolle

Wie stark das Alter eine Rolle spielt, zeigt eine Auswertung des Kantons Zürich für die Jahre 2015 bis 2024. Rund um das Pensionsalter häufen sich die Wegzüge ins Ausland. Auf die Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen entfiel knapp ein Fünftel des negativen internationalen Wanderungssaldos der Schweizer Staatsangehörigen. Das bedeutet, dass in dieser Altersgruppe die Wegzüge gegenüber den Zuzügen besonders ins Gewicht fallen. Die Daten beziehen sich allerdings auf den Kanton Zürich und nicht auf die gesamte Schweiz.

Auch die Zahl der im Ausland lebenden Schweizerinnen und Schweizer ist beträchtlich: Ende 2025 waren laut dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten 838'600 Schweizer Staatsangehörige im Ausland registriert. Knapp ein Viertel von ihnen war 65 Jahre oder älter. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, wie viele erst nach ihrer Pensionierung ausgewandert sind.

Wenn die Heimat nicht mehr dieselbe ist

Warum Menschen nach vielen Jahren im Ausland zurückkehren oder sich im Alter für ein anderes Land entscheiden, kann unterschiedliche Gründe haben. Für manche ist es die Nähe zu Verwandten, für andere der Wunsch, wieder dort zu leben, wo sie aufgewachsen sind. Auch finanzielle Überlegungen, die Lebensqualität oder die eigene Gesundheit können eine Rolle spielen.

Doch ein solcher Schritt betrifft selten nur eine Person. Wer lange im Ausland gelebt hat, hat sich dort womöglich ein soziales Umfeld aufgebaut. Kinder haben Freunde, besuchen die Schule und kennen ihren Alltag. Was für die Eltern eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln bedeutet, kann für die Kinder ein Abschied von ihrem Zuhause sein.

Erwartungen und Realität unterscheiden sich oft

Auch die Erwartungen an das Leben im Herkunftsland können sich von der Realität unterscheiden. Erinnerungen bleiben bestehen, während sich Menschen, Orte und Lebensumstände verändern. Ein Haus kann renoviert werden, die vertraute Umgebung wiedererkennbar sein. Ob man sich dort tatsächlich wieder zu Hause fühlt, lässt sich nicht planen.

Für den Kroaten aus der Facebook-Gruppe ist genau das zum Problem geworden. Er wollte nach 17 Jahren in Deutschland endlich zurück in die Heimat. Nun muss er sich fragen, ob er an seinem Traum festhält oder mit seiner Familie erneut einen Neuanfang wagt.

Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht. Doch seine Geschichte macht deutlich: Eine Rückkehr ist nicht nur eine Frage des Wohnorts. Sie ist auch eine Entscheidung darüber, wo und mit wem man sein Leben verbringen möchte.

Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.

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