Vorsicht, Hitzestau zu Hause!
So kühlt man ganze Gebäude ab

In der Schweiz häufen sich die Hitzewellen. Der Bedarf nach Lösungen zur Abkühlung des Wohnraums steigt. Blick liefert praktische Tipps.
Publiziert: 16.07.2023 um 14:39 Uhr
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Aktualisiert: 16.10.2023 um 16:44 Uhr
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Begrünung, etwa mittels Efeu, hilft effizient mit, Gebäude kühl zu halten.
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Jean-Claude RaemyRedaktor Wirtschaft

In der Schweiz jagt seit 2010 ein Hitzerekord den nächsten. Temperaturen über 30 oder gar 35 Grad sind inzwischen in jedem Sommer üblich, ebenso «Tropennächte», bei denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt.

Das bleibt nicht ohne Konsequenzen. Heisse Nächte führen zu Schlafmangel. Gerade ältere Menschen haben grosse Probleme mit Hitze, die sich innerhalb von Gebäuden staut. In der Schweiz wie auch in Europa verfügen aktuell aber nur rund zehn Prozent der Häuser und Wohnungen über Klimaanlagen. Sie sind damit denkbar schlecht für die wiederholten Hitzeperioden gerüstet.

So kannst du kurzfristig für Abkühlung sorgen

Mittlerweile sind die gängigen Methoden für die Abkühlung der eigenen vier Wände bekannt. Wer keine Klimaanlage hat, sollte möglichst viel zu den Tagesrandzeiten lüften und möglichst viele Elektrogeräte ausschalten. Blick hat die Tipps zusammengetragen.

Meist lassen sich so aber nur ein paar wenige Grad herausholen. Deshalb steigt der Bedarf an Klimaanlagen. Allerdings sind sie richtige Stromfresser. Und die warme Luft wird einfach nach draussen abgegeben. Das führt gerade in Städten zu einer zusätzlichen Hitzebelastung.

Sommerliche Überwärmung tritt laut der gängigen Definition auf, wenn die gefühlte Temperatur im Innenraum am Tag 27 Grad und in der Nacht 25 Grad übersteigt. Ausschlaggebend ist nicht die tatsächliche Lufttemperatur, sondern eben die gefühlte Temperatur.

So lassen sich ganze Gebäude kühl halten

Was tun? Es ist Sache der Architekten, dank moderner Bauweise für möglichst wenig Hitze in den Gebäuden zu sorgen. Dafür können sie dort anlehnen, wo seit Jahren gegen Hitze gekämpft wird. Häuser auf Stelzen oder doppelte Bedachungen, die wie Sonnenschirme wirken, sind in Südfrankreich, Ägypten und anderswo schon verbreitet. Vielleicht auch bald in der Schweiz? Ebenso wird immer mehr auf Wärme abweisende Baumaterialien gesetzt. Dazu gehören polierte Betonplatten, Terrazzo, Keramikfliesen, Vollziegel oder Marmor.

Es gibt aber auch Massnahmen, die Haus- oder Wohnungseigentümer oder Verwaltungen vorausschauend treffen können.

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Pflanzen

Grün ist kühl! Deshalb sieht man im Mittelmeerraum viele Gebäude mit üppiger Bepflanzung.

Fassaden- und Dachbegrünungen wirken sich positiv auf das Mikroklima rund ums Gebäude aus. Kletterpflanzen an der Fassade – beispielsweise Efeu oder Glyzinien – sorgen für Schatten und lassen Luft zwischen ihnen und der Oberfläche des Gebäudes zirkulieren. Auch Bäume in der Nähe von Gebäuden kühlen die Luft ab und sorgen vor allem zu den Tagesrandzeiten für grosse Schattenflächen.

Eine Kombination aus Kletterpflanzen und Bäumen in Gebäudenähe kann die Aussentemperatur der Wände um bis zu zehn Grad senken.

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Wasser

Ob Pool, Kanal oder Fontäne: Wasser kühlt ab. Nicht nur beim Trinken und Baden, sondern auch, wenn es in oder an Gebäuden verwendet wird. Diese schaffen nämlich Verdunstungskühlung: Um verdunsten zu können, benötigt Wasser Wärme. Diese Wärme wird der Luft entzogen.

Das Prinzip kennt man von marokkanischen Riads, also Innenhöfen mit einem Springbrunnen oder Pool. Dieser kühlt den Innenhof sowie die umliegenden Gebäude.

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Abschottung

Ein hoher Glasanteil trägt stark zur sommerlichen Überwärmung bei. Allerdings sind lichtdurchflutete Wohnungen beliebt. Die beste Lösung bieten aussen anliegende Fensterläden, wie sie in Mittelmeerländern üblich sind. Falls solche nicht vorhanden oder die Fenster zu gross sind, bieten Jalousien und Rollläden die nächstbeste Lösung.

Der Trick hierbei: Morgens alle Fensterabdeckungen an der Ostfassade geschlossen halten, und sobald die Sonne auf die Westseite fällt, dort abdunkeln. Damit kommt immerhin noch von einer Seite Licht ins Haus.

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