Darum gehts
- Digitec-Galaxus-Werbung gegen AfD sorgt im Dezember in Deutschland für Aufregung
- Galaxus-Chef überrascht über heftige Kritik aus der Schweiz
- Galaxus gehört in Deutschland zu den Top-30-Onlineshops
Werbungen des Onlinehändlers Digitec Galaxus sind bekannt dafür, zu polarisieren und zu provozieren. Im Dezember sorgte ein Spot des Marketingteams in Deutschland für Furore. Nun äussert sich erstmals Galaxus-Chef Florian Teuteberg (46) zum Werbeclip.
Im Spot spielt eine junge Frau das Partyspiel «Wer bin ich?» – und schiesst dabei heftig gegen die deutsche Partei AfD. Nach Fragen wie «Bin ich in manchen Teilen Deutschlands erfolgreicher?» oder «Wählen mich auch Idioten?» fragt die Frau angewidert, ob sie die AfD-Politikerin Alice Weidel sei – und gibt ein Kotzgeräusch von sich.
Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten: Während einige den Spot abfeiern, drohen andere damit, den Onlineshop künftig zu boykottieren. Auch Hamburgs AfD-Chef reagiert. Aber nicht nur die deutsche Kundschaft ist verärgert, sondern auch Schweizer Konsumenten. Die Meinungen der Blick-Community zum Werbespot gehen ebenfalls weit auseinander.
«Was uns überrascht hat, waren die teils heftigen Reaktionen von Schweizer Kunden», sagt Teuteberg im Interview mit der «SonntagsZeitung». Dabei reagierten diese deutlich stärker als die deutschen Konsumenten: «Es hiess, wir sollten uns aus solchen Themen raushalten und unpolitischer sein. Es hat mir schon etwas wehgetan, aus der Schweiz solche Kritik zu erhalten», so der Chef weiter.
Kein Kontrollzwang nötig
Während die Migros-Tochter in der Schweiz der umsatzstärkste Onlineshop ist, figuriert er in Deutschland erst unter den Top 30. Mit solchen Werbespots will der Shop also vor allem Aufmerksamkeit generieren. «Wir haben natürlich erwartet, dass das Video Wellen schlägt. In Deutschland nehmen wir das in Kauf, für die Aufmerksamkeit, die wir erhalten haben», äusserte sich Teuteberg weiter im Interview.
Auch in Zukunft kann also mit provokativen Spots gerechnet werden. Für Teuteberg sind die Reaktionen kein Grund, dem Marketingteam genauer auf die Finger zu schauen: «Werbekampagnen gehen nie über meinen Tisch. Ich lasse die Leute im Marketing machen.»