Darum gehts
Kleider, Schuhe, Bücher sowie Kosmetik- und Sportartikel kaufen Konsumentinnen und Konsumenten besonders häufig online. In der Generation Z – die 18- bis 27-Jährigen – geben die Befragten an, jährlich 82 Einkäufe über das Internet zu tätigen. Bei der älteren Bevölkerung bis 70 Jahre sind es laut Erhebung 57 Einkäufe.
Das Zustellunternehmen Geopost – die Muttergesellschaft des Paketdiensts DPD – wollte von über 30'000 Personen in 22 europäischen Ländern Auskunft über ihre Einkaufsgewohnheiten. In der Schweiz beantworteten gut 1000 Teilnehmende die Fragen. Dass die Jüngeren online aktiver konsumieren als die ältere Bevölkerung, überrascht insofern weniger, als die Generation Z angibt, bevorzugt Plattformen mit Secondhandprodukten zu berücksichtigen und dort einzukaufen.
Ebenso bemerkenswert ist, dass die sozialen Medien Facebook und Instagram bei den 18- bis 27-Jährigen für Onlinekäufe am höchsten im Kurs sind, beliebter etwa als die Plattform Tiktok.
Finanziell unabhängiger
Im Vergleich mit den Ergebnissen der gleichen Umfrage im Jahr 2023 zeigt sich, dass die Konsumenten mehr Waren im Internet kaufen und dieses vor allem auch für Informationen über neue Produkte nutzen.
Die Umfrage legt das Hauptaugenmerk auf die kaufkräftige Generation Z, da deren Bedürfnisse den Absatzmarkt in den nächsten Jahren prägen werden. Mehr als die Hälfte der in der Schweiz befragten Jungen geben an, «finanziell vollständig unabhängig» zu sein. Im europäischen Durchschnitt sind dies in der Generation Z laut Erhebung dagegen nur knapp 40 Prozent.
Bewusstes Einkaufen
Fluten von Billigwaren aus Fernost, die Konsumenten online bestellen, zeugen nicht von grossem Umweltbewusstsein und sozialer Verantwortung. Dieser Entwicklung widersprechen die in der Schweiz Befragten der Generation Z in der Erhebung: So geben fast zwei Drittel von ihnen an, sie seien bereit, für umweltfreundliche Produkte mehr zu bezahlen. Und ebenso viele sagen, sie erbrächten Opfer für das Wohl des Planeten. Dazu passt auch die Aussage von weit mehr als der Hälfte, sie kauften «heutzutage» mehr Secondhandprodukte. Eher paradox das Bekenntnis von zwei Dritteln der Teilnehmenden, sie machten sich «Sorgen über die Auswirkungen des E-Commerce auf die Gesellschaft». Zu all diesen Fragen zu Nachhaltigkeit und Rücksicht auf die Natur antwortet die ältere Bevölkerung mit 10 bis 15 Prozent weniger Zustimmung.
Veränderte Ansprüche
Die vermehrten Online-Einkäufe stellen auch die Post und die privaten Zustelldienste vor neue Herausforderungen. So zieht der Versanddienst DPD aus seiner Umfrage Schlüsse für das künftige Angebot. «Für die jüngste Generation der Onlineshopper stehen die zeitliche und örtliche Flexibilität sowie die Kontrolle über die eigenen Bestellungen und Verkäufe im Zentrum», sagt Tilmann Schultze, CEO von DPD Schweiz. Die Lieferungen nach Hause seien nicht mehr alleinige Option, Zustellungen zu Paketshops, Automaten oder Kiosken würden immer bedeutender.
Der Generation Z sei ein reibungsloser Lieferprozess besonders wichtig, stellt Schultze fest. Mit Blick auf die Attraktivität von Secondhandplattformen sei es von Belang, flexible Abholungen zu ermöglichen. Weil vier von fünf jungen Onlinekonsumenten darüber kauften oder verkauften, sei ein dichtes lokales Netz hilfreich, um eine nahtlose Anbindung an den Zusteller zu gewährleisten.