Trotz Protesten von Links
Zürcher Beck nennt seinen Wurst-Käse-Salat weiterhin «Zigeuner-Salat»

Juso und SP empören sich gegen die Bezeichnung «Zigeuner-Salat». Beck-Steiner aus Wetzikon ZH hört sich bei den Kunden um – und hält am hergebrachten Namen fest. Der «Zigeuner-Salat» bleibt im Sortiment.
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Steiner-Beck verkauft seinen Wurst-Käse-Salat auch künftig als «Zigeuner-Salat».
Foto: Screenshot Steiner-Beck

Darum gehts

  • Steiner-Beck behält den Namen «Zigeuner-Salat» trotz Protesten von Juso und SP
  • Unternehmen betont Tradition, Kundschaft unterstützt die Bezeichnung als nicht abwertend
  • Steiner betreibt 29 Filialen in Zürich, St. Gallen, Thurgau, Schwyz
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Darf man einen Salat heute noch «Zigeuner-Salat» nennen? Diese Diskussion hat kurz vor Weihnachten hohe Wellen geschlagen. Die Zürcher Oberländer Bäckerei-Kette Steiner mit Sitz in Wetzikon ZH verkauft ihr Wurst-Käse-Produkt mit der Bezeichnung «Zigeuner-Salat». Die Juso Zürcher Oberland und die SP Uster haben dem Unternehmen vorgeworfen, einen rassistischen Begriff zu verwenden, der Sinti, Roma und Jenische beleidige. Und den Beck aufgefordert, sofort darauf zu verzichten.

Doch beim Steiner-Beck bleibt der «Zigeuner-Salat» trotz der Proteste von Links ein «Zigeuner-Salat». Das berichtet der «Zürcher Oberländer». «Ein zentrales Argument war die langjährige Tradition des Produkts und der Name, unter dem es bei unserer Kundschaft bekannt ist», teilt das Unternehmen mit. Der Begriff sei nicht abwertend gemeint und werde von der Kundschaft auch nicht so wahrgenommen.

«Ist doch keine Schande!»

Zudem verweist der Steiner-Beck auf unterschiedliche Einschätzungen zum Begriff. In Recherchen habe man festgestellt, dass sich gewisse Gruppen selbst als «Zigeuner» bezeichnen würden. Diese Uneinheitlichkeit sei in die Beurteilung eingeflossen. Als Beispiel nennt der Beck etwa einen SRF-Bericht, in dem Alfred Werro (66), Präsident der Zigeuner-Kulturtage in Zürich, sagte: «Ein Zigeuner zu sein, ist doch keine Schande!» Der Begriff «Zigeuner» definiere seine Person, seine Herkunft und seine Lebensweise.

Rückendeckung bekam Steiner-Beck laut dem «Zürcher Oberländer» von der Kundschaft. Der Name werde als traditionell empfunden und solle nicht geändert werden. Auch online überwog Zustimmung. Ganz vom Tisch ist das Thema für Steiner-Beck dennoch nicht. Man sei weiterhin gesprächsbereit, betont das Unternehmen. Sollten sich betroffene Gruppen direkt melden, sei man offen für einen Dialog. Steiner betreibt 29 Filialen in den Kantonen Zürich, St. Gallen, Thurgau und Schwyz.

Spannend: Die Migros hat 2020 einen ähnlichen Fall anders beurteilt. Und ihren «Zigeuner-Cervelat» aus dem Sortiment genommen. «Wir sind uns der Thematik bewusst und sind bereits in Gesprächen mit unserem Lieferanten. Wir legen Wert darauf, mit unseren Produkten niemanden zu diskriminieren, und sind froh um entsprechende Hinweise», hiess es damals bei der Migros.

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