Prämienhammer bei den Krankenkassen
Das sind die wichtigsten Spartipps für die Grundversicherung

Der neuerliche Anstieg der Krankenkassenprämien führt zu vielen Wechselabsichten bei den Versicherten. Das sind die wichtigsten Tipps für alle, die sparen wollen.
Publiziert: 27.09.2023 um 11:25 Uhr
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Aktualisiert: 27.09.2023 um 14:07 Uhr
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Der Prämienschock bei den Krankenkassen trifft viele – entsprechend hoch ist das Bedürfnis nach Sparpotenzial.
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Jean-Claude RaemyRedaktor Wirtschaft

Die Katze ist aus dem Sack: Krankenkassenprämien steigen 2024 im Schnitt um 8,7 Prozent. Die mittlere Monatsprämie wird sich künftig auf satte 359.50 Franken belaufen.

Deshalb sehen sich wieder viele Versicherte nach einer anderen Anbieter für die Grundversicherung um. Denn mit einem Wechsel lassen sich trotz des Prämienschubs deutlich Kosten sparen. Aber nicht nur damit. Das Vergleichsportal Moneyland gibt noch weitere Tipps, wie teuerungsgeplagte Versicherte das maximale Sparpotenzial bei ihrer Krankenkasse herausholen können.

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Günstigste Krankenkasse suchen

Die Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung sind in der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben. Die Jahresprämien unterscheiden sich aber von Krankenkasse zu Krankenkasse erheblich. Es lohnt sich, bei den in den nächsten Wochen verkündeten Krankenkassenprämien für die obligatorische Grundversicherung genau hinzuschauen. Das sollte man übrigens auch aufgegliedert nach Altersgruppen tun: Die günstigste Krankenkasse für Erwachsene ist nicht zwingend auch die günstigste für Kinder oder Jugendliche. Familien können Hunderte Franken pro Jahr sparen, indem sie die günstigsten Angebote für Kinder und Erwachsene bei verschiedenen Krankenkassen wählen. Es gibt aber auch Krankenkassen, die signifikante Rabatte auf die Erwachsenenprämien bieten, wenn die Kinder bei der gleichen Gesellschaft grundversichert sind.

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Grund- und Zusatzversicherung separat abschliessen

Man darf die Grund- und Zusatzversicherung bei verschiedenen Krankenkassen abschliessen. So lässt sich für jede Versicherung die für sich beste Lösung finden. Achtung: Bei der Grundversicherung ist jede Krankenkasse verpflichtet, alle aufzunehmen, bei den Zusatzversicherungen kann sie Antragsteller je nach Gesundheitsprofil ablehnen. Einige Kassen bieten Vergünstigungen an, wenn Grund- und Zusatzversicherung bei ihnen abgeschlossen werden.

Es ist aber oft günstiger, Zusatzversicherungen separat abzuschliessen. Bei den in ambulanten Zusatzversicherungen eingeschlossenen Leistungen – wie Beiträge an Fitness-Abos, Sportvereinsmitgliedschaft, Sehhilfen, Vorsorgeuntersuchungen und mehr – gibt es jeweils grosse Unterschiede zwischen den Krankenkassen. Wer eine Zusatzversicherung abschliessen kann, sollte die Vorteile entsprechend den eigenen Bedürfnissen genau abklären.

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Franchise optimieren

Bei der Selbstbeteiligung an den Gesundheitskosten liegt viel Sparpotenzial: Je höher die Franchise, desto tiefer die monatliche Prämie. Wer mit keiner umfangreichen Behandlung oder grösserem Eingriff im kommenden Jahr rechnet, folglich sehr tiefe Gesundheitskosten hat, kann mit der Wahl der höchsten Franchise (2500 Franken) bis zu 45 Prozent der Prämien sparen. Die richtige Wahl der Franchise hängt auch von der Altersgruppe, der Prämienregion, der Krankenkasse und dem Versicherungsmodell ab. Die mittleren Franchisen für Erwachsene, die zwischen 500 und 2000 Franken liegend, sind praktisch nie die richtige Wahl.

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Managed-Care-Modell wählen

Mit der Wahl des richtigen Sparmodells lassen sich über 20 Prozent Prämien sparen. Zur Auswahl stehen Hausarzt-, HMO-, Telmed- und Apothekenmodelle. Die gesetzlich verankerten Grundleistungen sind bei allen Modellen gleich. Die alternativen Sparmodelle schränken aber die freie Arztwahl als erste Anlaufstelle ein – ausser in Notfällen.

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Unfalldeckung ausschliessen

Wer mindestens acht Stunden pro Woche beim gleichen Arbeitgeber angestellt ist, verfügt bereits über eine Unfallversicherung (UVG-Versicherung). In diesem Fall erübrigt sich die zusätzliche Unfalldeckung durch die Krankenkassen-Grundversicherung. Ohne zusätzliche Unfalldeckung lassen sich im Durchschnitt über 6 Prozent der Prämie einsparen. Zudem hat die Unfallversicherung der Krankenkasse (KVG) gegenüber der UVG-Versicherung wesentliche Leistungsnachteile, weil man Franchise und Selbstbehalt bezahlen muss und bei schweren Unfällen weniger Leistungen erhält.

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Anspruch auf Prämienverbilligung prüfen

Es ist von Kanton zu Kanton verschieden, unterhalb welcher Höhe des steuerbaren Einkommens individuelle Prämienverbilligungen möglich sind, wie hoch die Verbilligungsbeiträge sind und wann und auf welche Art sie ausbezahlt werden. Die zuständigen kantonalen Sozialversicherungsstellen oder Ausgleichskassen geben dazu Auskunft. Nachfragen kann sich lohnen.

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Prämien-Zahlungsart optimieren

Einige Krankenkassen gewähren je nach Zahlungsart zusätzliche Rabatte von bis zu 2 Prozent. Beispielsweise bei einmaliger Vorauszahlung oder halbjährlicher statt monatlicher Prämienzahlung. Oder wenn die Zahlung per Lastschriftverfahren erfolgt.

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Prämien während des Dienstes zurückfordern

Wer länger als 60 Tage ununterbrochen Militärdienst, Zivildienst oder Zivilschutz leistet, kann die entsprechenden Krankenkassenprämien zurückfordern. Die Krankenkasse sollte über die Dienstzeit vorgängig informiert sein.

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Rückerstattung infolge Ergänzungsleistungen

Gut zu wissen: Wer Anspruch auf Ergänzungsleistungen hat, erhält die Krankheitskosten – Selbstbehalt und Franchise der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, Zahnbehandlungen, Haushaltshilfe, Transportkosten, Erholungskuren und mehr – rückerstattet.

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