Darum gehts
- Costco eröffnet ersten Standort nahe der Schweizer Grenze in Mülhausen (F)
- Es wird ein grosser Ansturm erwartet
- Filiale liegt 25 Autominuten von Basel entfernt an der Autobahn A36
Plötzlich ging alles ganz schnell: Lange machte der US-Händler Costco ein Geheimnis darum, wann er seinen ersten Standort nahe der Schweizer Grenze eröffnen wird. Heute ist es so weit: Nur 25 Autominuten von Basel entfernt öffnet der Konzern aus den Vereinigten Staaten im französischen Mülhausen seine Tore.
Der Ansturm ennet der Grenze ist gross. Kunden standen schon vor dem Verkaufsstart vor dem Eingang Schlange. Jeder wollte als erstes einen Fuss in den neuen Superstore setzen. Auf dem riesigen Parkplatz vor dem Gebäude finden sich auch einige Autos mit Schweizer Kennzeichen.
Der Grossandrang kommt nicht ganz überraschend: Bei Eröffnungen von Costco-Läden kam es in der Vergangenheit immer wieder zu chaotischen Szenen. Auch in Mülhausen eilten die Kunden in die grosse Verkaufshalle, sobald das Band durchtrennt wurde.
Wer posten will, muss Jahresbeitrag zahlen
Mit Costco kommt ein Konzept ins Dreiländereck, das in den USA zwar gang und gäbe, hierzulande allerdings weniger verbreitet ist. Die Verkaufshallen des Grosskonzerns sind riesig. 14'000 Quadratmeter sind es im Store nahe der Schweizer Grenze. Von Lebensmitteln und Haushaltswaren bis zu Elektronik und Möbel gibt es alles Mögliche zu kaufen. Sogar ein mit Saphiren besetztes Collier hat der Händler im Angebot! Schlappe 99'999 Euro kostet das Stück, sicher verstaut hinter einer Glasvitrine. Insgesamt sind 250 Angestellte am Standort Mülhausen beschäftigt.
Zudem gibt es die Food- und Non-Food-Produkte meist in riesigen Verpackungen, was die Preise drückt. Amerikaner sind bekannt für ihre Grosseinkäufe – sogenannte «Bulk-Buys». Jetzt können auch Schweizer Einkaufstouris Eier im 50er-Pack oder Motorenöl im 20-Liter-Kanister kaufen.
Einfach so von den Tiefpreisen profitieren kann man aber nicht. Wer in einem Costco posten will, braucht eine Mitgliedschaft. In Frankreich kostet diese 36 Euro pro Jahr. Auch ausländische Kunden können eine solche erwerben. 12'600 Karten seien für Mülhausen schon verkauft worden, erfährt Blick vor Ort. 486 an Schweizerinnen und Schweizer.
«Ich liebe Costco, das ist Heimat»
Eine der ersten im neuen Mega-Store sind Christelle Earburger (47) und ihr Mann Alexander (48) aus Mülhausen. Sie wohnen ganz in der Nähe und haben vorab bereits eine Mitgliederkarte gekauft. Die Eröffnung sei etwas ganz Spezielles, sagen die beiden zu Blick. Da sie drei Kinder haben, machen sie regelmässig Grosseinkäufe. «Da ist so ein Geschäft schon spannend für uns», so Christelle.
Beim französischen Ehepaar Christoph (57) Sandrine (55) H. weckt der neue Store Erinnerungen: «Wir haben drei Jahre lang in den USA direkt neben einem Costco gelebt und immer dort eingekauft», erzählt Christoph. Vor einem Jahr sind sie zurück nach Frankreich gezogen. Dass sie jetzt ganz in ihrer Nähe wieder eine Costco-Filiale haben, sei perfektes Timing.
Ähnlich tönt es von Michael Tribe (53). Der gebürtige Kanadier lebt seit fünf Jahren in Frankreich. «Ich liebe Costco, das ist Heimat. Die Qualität und die Preise sind einfach super.»
Stephane Fuchs (47) kommt ebenfalls aus der Gegend und sammelt seit Jahrzehnten Pokémon-Karten. Sein Einkaufswagen ist voll damit. «Ich kaufe Pokémon-Karten für 700 Euro. Die Preise hier sind super», sagt er. Seine Sammlung daheim habe einen Gegenwert von über 100'000 Euro. Stolz zeigt er auf dem Handy eine App mit dem entsprechenden Chart.
Als Blick Marie (51) und Patrick Biehler (53) an der Kasse trifft, räumen die beiden ihren Einkauf zurück in den Wagen, den sie dann nach draussen schieben. Ins Auge sticht gleich der grosse Plüschpanda. «Der ist für unseren Sohn», sagt Marie. Das Ehepaar war zum ersten Mal in einem Costco. «Ich finde es toll. Es hat wirklich für jeden Geldbeutel etwas. Für Leute mit viel, mittel oder wenig», ergänzt sie.