Für 12 Millionen Franken zwangsversteigert!
Amag-Erbin krallt sich Gebäude von Zürcher Edel-Confiserie

Das historische Teuscher-Gebäude in der Zürcher Altstadt hat offiziell eine neue Besitzerin. Die Erbin des Amag-Imperiums Eva Maria Bucher-Haefner hat die Liegenschaft für 12 Millionen Franken ersteigert. Und damit einen erbitterten Familienstreit beendet.
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Das Teuscher-Haus in der Zürcher Storchengasse 9.
Foto: Kim Niederhauser

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das Teuscher-Gebäude an der Storchengasse 9 in Zürich wurde für 12 Millionen zwangsversteigert
  • Die Käuferin ist Milliardenerbin Eva Maria Bucher-Haefner
  • Sie zahlte 3,6 Millionen Franken mehr als der ursprüngliche Schätzwert
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Heute Donnerstag kam das Gebäude der Traditionsconfiserie Teuscher in der Zürcher Altstadt in neue Hände. Und das nicht ganz freiwillig: Die historische sechsstöckige Immobilie an der Storchengasse 9 wurde wegen eines wüsten Streits zwischen dem Schoggi-König Adolf Teuscher junior (86) und seinem Neffen Raphael Rubio (53) zwangsversteigert.

Jetzt ist klar an wen: Der Zuschlag ging an die Schweizer Immobilienunternehmerin Eva Maria Bucher-Haefner (69), wie die «NZZ» vermeldet. Die Erbin des Amag-Imperiums hat dafür zwölf Millionen Franken bezahlt.

Neffe Rubio tanzte nicht nach Onkels Pfeife

Patron Adolf Teuscher junior – der die Schweizer Schoggi-Dynastie in zweiter Generation führt – und sein Neffe Raphael Rubio liegen sich schon seit geraumer Zeit in den Haaren. Der Streit erreichte 2024 seinen Höhepunkt, als Rubio die Filialen an der Storchengasse 9 und eine weitere an der noblen Zürcher Bahnhofstrasse kurzerhand in «Madeleine» umbenannte – nach seiner Mutter und Teuschers Schwester. Beide Filialen hatte Rubio zuvor seinem Onkel abgekauft. Die berühmten Teuscher-Pralinés und -Truffes wurden durch andere Produkte ersetzt. Als Folge stellte Adolf Teuscher die Lieferung seiner Schokolade ein.

Wenig später musste Rubio die Filiale an der Bahnhofstrasse schliessen. Stattdessen zog Rivale Läderach aus dem Glarnerland ein. 

Rubio hatte offenbar Schulden bei seinem Onkel, geriet in Zahlungsschwierigkeiten. Weil er laut dem Finanzportal «Inside Paradeplatz» das Darlehen für das Teuscher-Haus in der Zürcher Altstadt nicht zurückzahlte, forderte es sein Onkel schliesslich gerichtlich ein. Das Betreibungsamt ordnete die Zwangsversteigerung der Liegenschaft an. 

Für 3,6 Millionen über Schätzwert versteigert

An der Versteigerung im Luxushotel Schweizerhof erhielt schliesslich Bucher-Haefner den Zuschlag. Ihre Bieternummer, die Zahl 27, sei ihre Glückszahl, sagt sie nach der Veranstaltung zur «NZZ». Interessant: Der Schätzwert der Liegenschaft mit Laden im Untergeschoss und 468 Quadratmeter Wohnfläche lag bei 8,4 Millionen Franken.

Schlussendlich blätterte Bucher-Haefner zwölf Millionen hin. Für die Milliardenerbin ist das ein Klacks: Mit einem Vermögen von 4,3 Milliarden Franken schaffte sie es 2025 auf Rang 52 des «Bilanz»-Rankings der «300 Reichsten». Bucher-Haefner hat viel Betongold in der Stadt Zürich in ihrem Portfolio. Was genau sie mit ihrem neuen Bau an Top-Lage vor hat, wisse sie noch nicht.

Teuscher Junior hat die Hoffnung derweil noch nicht aufgegeben: Er hätte die Confisserie gerne wieder im Erdgeschoss, sagt er gegenüber der Zeitung. Wegen der vielen Touristen wäre die Lage ideal. Tatsächlich hat der Schoggi-Patron noch ein Ass im Ärmel: ein Vorkaufsrecht, falls sich Buchner-Haefner entscheiden sollte, die Liegenschaft erneut zu verkaufen.

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