Bern-Solothurn startet erste Tests
Erste Züge bald ohne Lokführer im Schweizer Regionalverkehr?

Nicht immer, wenn ein Zug fährt, sind auch Passagiere an Bord. Der Regionalverkehr Bern-Solothurn will nun genau diese Leerfahrten in Zukunft ohne Lokführer durchführen. Erste Tests starten bald.
Publiziert: 13.09.2023 um 10:56 Uhr
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Aktualisiert: 13.09.2023 um 14:27 Uhr
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Der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) testet ab Mitte Oktober voll automatisierte Züge.

Hierzulande sitzt in jedem Zug ein Lokführer oder eine Lokführerin. Jemand, der auch reagieren kann, wenn etwas Unvorhersehbares passiert. 

Das könnte sich bald ändern: Der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) testet erstmals voll automatisierte Zugfahrten. Das gab es in der Schweiz bisher noch nie, wie die Tamedia-Zeitungen schreiben. 

Beim Test sitzen keine Passagiere mit im Zug. Der RBS will sogenannte Leerfahrten automatisieren. Beispielsweise muss der Regionalzug S8 im Bahnhof Bätterkinden BE auf ein Wendegleis fahren, um zurück in den Bahnhof einzufahren. Dabei sind jeweils keine Passagiere mit dabei.

Diese unproduktiven Leerfahrten sollen in Zukunft ohne jegliches Personal im Zug durchgeführt werden können. Dabei will der RBS nicht an Lokführerinnen sparen, sondern will dank Automatisierung mit dem gleichen Personalbestand mehr Verkehrsleistung erbringen, heisst es. Die selbstfahrenden Züge sollen also beispielsweise innerhalb eines Depotareals Gebrauch finden.

Erste Tests noch mit Lokführer

Aktuell rüstet RBS erste Züge mit dem neuen System aus. Dieses kann mittels Knopfdruck ein- und ausgeschaltet werden. Bei den ersten Testfahrten, die Mitte Oktober starten, befinden sich in einer ersten Runde noch ein Lokführer sowie eine technische Begleitperson im Zug. In einer zweiten Runde wird nur noch der Lokführer da sein – schlussendlich ist der Zug auf sich alleine gestellt. Das neu entwickelte System eCab liefert dabei verschiedene Daten wie den Standort des Zuges sowie die Stellung der Signale. 

Im Vorhinein hat der RBS eine Risikoanalyse gemacht. Zur Reduktion des Risikos setzen die Verkehrsbetriebe auf Geschwindigkeitsreduktionen, Warnhinweise für wartende Passagiere sowie eine Einzäunung der offenen Gleisabschnitte, heisst es im Artikel weiter.

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Ein Zulassungsprozess für einen Probebetrieb ab 2024 ist bereits im Gang. Verläuft alles erfolgreich, könnten die selbstfahrenden Züge bereits ab 2025 für Leerfahrten im Einsatz sein. (kae)

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