Darum gehts
- Andritz Beutler in Gettnau LU droht Schliessung, 54 Jobs gefährdet
- Nachfrage nach Stanzanlagen europaweit eingebrochen wegen Autoindustrie-Krise
- 300 Schweizer Firmen erzielen 9 Milliarden CHF Umsatz mit Autobranche
Die Krise in der Autoindustrie schüttelt Schweizer KMU durch. Jetzt erwischt es den Maschinenbauer Andritz Beutler in Gettnau LU. Für 54 Angestellte geht es um nichts weniger als ihre berufliche Zukunft. Denn der Mutterkonzern Andritz Schuler GmbH mit Sitz in Göppingen (D) prüft offen die Schliessung des Standorts im Willisauer Ortsteil. Das hat der «Willisauer Bote» zuerst berichtet.
In der Teppichetage hat die Muttergesellschaft bereits aufgeräumt. Die dreiköpfige Geschäftsleitung musste das Unternehmen verlassen. Warum, bleibt im Dunkeln. Kurz darauf reiste mit Martin Drasch der Chef der deutschen Andritz Schuler GmbH persönlich nach Gettnau, um die Belegschaft über die «aktuelle Situation» zu informieren. Ein Interimsmanager wurde eingesetzt. Zur Zukunft des Standorts läuft eine «umfassende Analyse». Auch zu einer möglichen Verlagerung.
Nachfrage ist europaweit eingebrochen
Grund dafür sind wirtschaftliche Probleme. Die metallverarbeitende Industrie stecke in einer «anhaltend schwierigen Lage», heisst es vom Konzern. Besonders die Nachfrage nach Stanz- und Umformanlagen sei europaweit eingebrochen – eben auch wegen der Krise in der Automobilbranche. Das Geschäftsvolumen und die Profitabilität in Gettnau hätten sich «spürbar reduziert». Das tönt nicht gut für die 54 Luzerner Angestellten. Eine Schliessung wäre ein herber Schlag für die ganze Region. «Uns ist bewusst, dass dies eine belastende Situation für die Beschäftigten und ihre Angehörigen darstellt», heisst es aus Deutschland.
Laut Zahlen vom Industrieverband Swissmem produzieren hierzulande 300 Firmen für die Autoindustrie, sie machen einen Umsatz von 9 Milliarden Franken. Die Gleichung ist gnadenlos: Wenn weniger Autos verkauft werden, können die Schweizer Zulieferer weniger produzieren. Mit voller Wucht trifft diese Krise auch die Mubea Präzisionsstahlrohr AG in Arbon TG. Die letzte Stahlrohrfabrik der Schweiz reduziert ihre Belegschaft von ehemals 280 auf nur noch 35 bis 40 Mitarbeiter.