Darum gehts
- Domen Prevcs Ski rutschen bei der Skiflug-WM in Oberstdorf die Schanze runter
- Ein Regenschirm könnte die Ski auf die Schanze gebracht haben
- Ein Protest der Slowenen gegen das Urteil wurde bereits abgeschmettert
Das hätte gewaltig ins Auge gehen können. Beim Teamevent an der Skiflug-WM in Oberstdorf machen sich die Ski von Superstar Domen Prevc (26) selbstständig und fliegen die Schanze und den Hang hinunter. Dabei touchieren sie auch Marius Lindvik (27), der schon auf dem Balken sitzt.
Passiert ist zum Glück nichts. Doch nun gibt es wilde Spekulationen über die Ursache dieser kuriosen Szene – und über den Schuldigen. Andreas Bauer, ein technischer Delegierter der FIS, erklärt in der ARD: «Es gibt oben eine Materialbox, wo die Materialkontrolle vor dem Start stattfindet. Dort hat er die Ski an die Zeltplane gelegt. Bei dem Schneefall ist es glatt, und die Ski haben sich gelöst.»
Wer trägt die Schuld?
Allerdings hätte Prevc die Möglichkeit gehabt, die Ski einem Mitarbeiter der FIS zu geben, um sie zu halten, oder sie in eine Skibox zu legen, so Bauer. Daher sei Prevc verantwortlich für den Zwischenfall: «Das war eigenverschuldet.» Weil es zu lange dauert, bis die Ski wieder oben sind, darf der Goldgewinner im Einzelwettbewerb im ersten Durchgang nicht springen, die Titelchancen der Slowenen sind damit futsch.
Diese sehen die Schuld nicht bei ihrem Aushängeschild. TV-Experte Jelko Gros bestätigt Bauers Version der Geschehnisse beim Sender TV Slovenia, sagt aber: «Es war niemand dort, der seine Ski festhalten konnte, wie es laut den Regeln vorgeschrieben ist.»
Ist ein Regenschirm schuld?
«Was oben auf der Schanze passiert ist, ist nicht im Sinn des Skispringens», poltert derweil der slowenische Sportdirektor Gorazd Pogorelcnik. Er äussert eine völlig andere Version, wie es zu diesem Missgeschick gekommen sei: «Einer der Vorspringer sah demnach einen freiwilligen Helfer, der sich mit einem Regenschirm umdrehte und die Ski berührte, die dann auf die Schanze rutschten.»
Ein erster schneller Protest wurde von der Wettkampfjury abgeschmettert, doch die Slowenen kündigten einen weiteren an. Dieser werde zwar nichts am Ergebnis ändern, soll die FIS aber zum Nachdenken bewegen, sagt Pogorelcnik: «Es sollte Kameras rund um das Kontrollzelt geben, um genau zu sehen, was vorgefallen ist, damit die Jury das Filmmaterial sichten kann.»