Darum gehts
- Kamila Walijewa sorgte bei Rückkehr nach Sperre für Begeisterung
- Eiskunstlauf-Wunderkind wurde wegen Dopingvergehen gesperrt
- Skandal ereignete sich während Olympia 2022, Goldmedaille wurde aberkannt
Kamila Walijewa ist zurück auf dem Eis und begeistert in Russland. Die 19-jährige Eiskunstläuferin trat am Wochenende bei den russischen Meisterschaften an und erreichte dort den Halbfinal. Der Wettkampf ist kein klassischer Eiskunstlauf-Wettbewerb, da die Bewertung ausschließlich auf Sprüngen basiert.
Das Publikum feiert die Rückkehr der jungen Sportlerin mit tosendem Applaus und Plakaten wie: «Willkommen zurück, Kamila! Wir haben lange auf dich gewartet.» Walijewa selbst zeigt sich glücklich: «Ich liebe diesen Sport und bin sehr froh, hier zu sein», sagte sie dem russischen Staatsfernsehen, wie die deutsche Zeitung «Die Welt» berichtet.
Olympia-Gold wegen Dopings aberkannt
Die Rückkehr der Läuferin ist brisant: Walijewa war bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking in einen Dopingskandal verwickelt. Eine im Dezember 2021 bei den russischen Junioren-Meisterschaften entnommene Urinprobe von Kamila Walijewa enthielt Spuren der verbotenen Substanz Trimetazidin, eines Medikaments zur Behandlung von Herzerkrankungen.
Die damals erst 15-Jährige hatte bereits die olympische Goldmedaille im Teamwettbewerb gewonnen. Nach Bekanntwerden des positiven Befunds wurde sie jedoch disqualifiziert, wodurch die US-Amerikanerinnen auf den ersten Platz vorrückten. Im Einzelfinale konnte Walijewa trotzdem antreten, belegte dort jedoch nur den vierten Platz.
Diverse Auftritte mit Putin
Ende Januar 2024 hatte der Internationale Sportgerichtshof über eine rückwirkende, vierjährige Sperre für Walijewa entschieden, die Ende Dezember 2025 ablief. Kurz darauf kündigte sie ihr Comeback an: «Freunde, ich habe eine Nachricht für euch: Ich kehre aufs Eis zurück. Natürlich bin ich aufgeregt, aber noch mehr freue ich mich, wieder die Emotionen des Wettbewerbs zu spüren», erklärte Walijewa. Für die anstehenden Olympischen Spiele in Mailand und Cortina kann sie sich jedoch nicht mehr qualifizieren.
Während ihrer Sperre blieb die Russin dennoch im Rampenlicht. Sie zeigte sich häufig an der Seite von Wladimir Putin und unterstützte dessen Politik. Walijewa engagierte sich zudem für den Jugendverband «Ruch der Ersten», der Bildungsprogramme mit teils militärischem Charakter für Kinder und Jugendliche anbietet, um «traditionelle geistige und moralische Werte» zu fördern.
Dieser Artikel ist zuerst auf «przegladsportowy.onet.pl» erschienen. Die polnische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.