«Ich bin fertig mit Skifahren.» Niels Hintermann (30) spricht diese Worte ins SRF-Mikrofon und verkündet damit seinen Rücktritt. Bei der Abfahrt in Courchevel am Freitag hat er auf einen Start verzichtet.
«Crans-Montana war mein letztes Rennen. Ich bin nicht mehr bereit, mein Leben zu riskieren, wie ich es tun müsste», sagt der Zürcher. Hintermann gab in dieser Saison sein Comeback nach überstandener Krebserkrankung. Nun sagt er: «Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen und damit will ich nicht spielen.»
Es sei ein Entscheid gewesen, der über Wochen gereift ist: «Ich bin nicht mehr bereit, an den Start zu gehen. Wenn man nicht Vollgas gibt, wirds gefährlich.» Er wolle aus eigenen Stücken aufhören, «ohne dass ich irgendwo in einem Netz zapple.»
Panikattacken ausschlaggebend für Rücktritt
In Garmisch sei dem dreifachen Weltcupsieger klar geworden, dass es nicht mehr geht. «Ich habe gemerkt, dass ich eine Panikattacke nach der anderen hatte.» Wie sich diese bemerkbar machten: Sein ganzer Körper habe gezittert, er habe Szenarien im Kopf gehabt, die man am Start nicht haben will. «Dann weiss ich, dass ich das, was ich zeigen müsste, gerade nicht zeigen kann», so Hintermann.
Mit verschiedenen Massnahmen wie Hypnose habe er versucht, das Problem in den Griff zu bekommen. «Es hat sich die ganze Woche auch gut angefühlt, aber wenn ich dann an den Start gehe, sagen mein Körper und mein Kopf: Nein.»
Hintermann blickt glücklich auf seine Karriere zurück. Die beiden Abfahrtssiege in Kvitfjell 2022 und 2024 sowie der Kombi-Sieg in Wengen 2017 sind die grössten Erfolge in seiner Weltcup-Laufbahn. Jetzt zurückzutreten, sei eine Erleichterung für ihn: «Ich habe mir in den letzten Wochen selbst auch etwas vorgemacht, weshalb es sich jetzt leichter anfühlt.»