Darum gehts
- Atle Lie McGrath gewinnt am 18. Januar 2026 den Lauberhorn-Slalom
- Henrik Kristoffersen feiert hundertstes Weltcup-Podest trotz Grippe
- Kristoffersen kritisiert Pistenpräparation, Pieren weist Vorwürfe entschieden zurück
Krass, diese Ski-Wikinger!
Norwegens Atle Lie McGrath (25) gewinnt wie im Vorjahr den Lauberhorn-Slalom, sein Jugendfreund Lucas Pinheiro Braathen (25), der im zweiten Winter für Brasilien fährt, wird Zweiter, Henrik Kristoffersen (31) feiert als Dritter den hundertsten Weltcup-Podestplatz seiner Karriere.
Damit belegt der Kristoffersen aus der Region Oslo auch im ewigen «Stockerl-Ranking» hinter dem Super-Schweden Ingemar Stenmark (69, 155) und dem Austria-Holländer Marcel Hirscher (36, 138) den dritten Rang. Und dass, obwohl er in den letzten Tagen an einer Grippe laboriert hat. «Diese Marke bedeutet mir sehr viel, aber ich bin als Skirennfahrer noch nicht fertig. Ich plane meine Karriere bis zu den Olympischen Spielen 2030», macht Kristoffersen klar.
«Das ist gefährlich für Knie und Rücken»
Der Van-Deer-Pilot fällt in Wengen aber nicht nur positiv auf. Bei der Streckenbesichtigung vor dem ersten Durchgang am Sonntag wird Kristoffersen im verbalen Schlagabtausch mit FIS-Renneliter Markus Waldner richtig laut. Im Gespräch mit ORF-Starmoderator Rainer Pariasek hält der Heisssporn aus dem hohen Norden später zwar fest, dass «zwischen Markus und mir wieder alles ok» ist. Die Präparation vom Wengener Slalomhang kritisiert er aber auch nach seinem Jubiläumspodestplatz.
«Die Bedingungen auf der Piste waren einfach viel zu wechselhaft. Ein Abschnitt war total glatt, ein anderer weich und im nächsten war der Schnee sehr aggressiv. Danach war es wieder eisig, weich und aggressiv.» Was Kristoffersen davon hält, macht er sogleich deutlich: «So etwas ist extrem gefährlich für die Knie und den Rücken», poltert der Mann mit 33 Einzelweltcupsiegen. «Das hätte nicht so sein müssen, es wäre möglich gewesen, dass man diese Piste anders präpariert.»
Pieren kontert die Pisten-Kritik
Der Adelbodner Pisten-Zauberer Hans Pieren, der sein enormes Know-How auch den Wengenern zur Verfügung stellt, lässt Kristoffersens Vorwurf nicht gelten: «Dass es im ersten Lauf relativ viele Ausfälle gegeben hat, liegt ganz sicher nicht an der Piste, die in einem hervorragenden Zustand war.»
Pieren kontert stattdessen: «Ein Innenski-Fehler wurde schon vor vierzig Jahren mit einem Ausfall bestraft. Kommt hinzu, dass die Kurssetzung sehr anspruchsvoll war. Aber für die bin ich bekanntlich nicht verantwortlich.»
Für Pieren und seine Crew spricht nicht zuletzt die Tatsache, dass der grosse Sieger McGrath im zweiten Lauf als dreissigster und letzter Starter die viertbeste Zeit aufgestellt hat. Und: Kristoffersen sollte an diesem Tag der einzige Hochkaräter bleiben, der sich über die Piste beschwert.