Das Podest
1. Emma Aicher (De) 1:30.50
2. Lindsey Vonn (USA) +0.24
3. Sofia Goggia (It) +0.29
Das Rennen
Kurz sieht es danach aus, als könnte Lindsey Vonn ihren Coup vom Vortag wiederholen: Mit einer risikofreudigen Fahrt schiebt sie sich fünf Hundertstelsekunden vor die bislang Führende Sofia Goggia und setzt sich auf den Leaderinnenthron. Lange kann sich die 41-Jährige dort aber nicht halten: Die unmittelbar nach ihr mit der Nummer zwölf gestartete Emma Aicher kann vor allem im unteren Streckenteil noch einen drauflegen und nimmt Vonn bis ins Ziel eine knappe Viertelsekunde ab.
Dort wird es für die Deutsche nur noch einmal brenzlig: Wie gestern startet Mirjam Puchner dank ihrer Gleit-Fähigkeiten schnell und liegt zwischenzeitlich über drei Zehntelsekunden vor Aicher. An die entfesselte Fahrt der 22-Jährigen in der zweiten Streckenhälfte kommt die Österreicherin aber deutlich nicht heran. Am Ende fehlen ihr auf Rang fünf 65 Hundertstelsekunden im Vergleich zur Spitze.
Wenig zu lachen haben dagegen auch heute die Schweizerinnen, welche die Spitzenplätze erneut verpassen. Immerhin: Bei Jasmine Flury geht es weiter aufwärts. Im zweiten Rennen nach ihrer langen Verletzungspause schrammt sie nur knapp an den Top Ten vorbei.
Die Schweizerinnen
11. Jasmine Flury +1.13
19. Malorie Blanc +1.58
23. Priska Ming-Nufer +1.68
25. Delia Durrer +1.74
26. Joana Hählen +1.78
34. Janine Schmitt +2.25
39. Jasmina Suter +2.29
47. Stefanie Grob +3.07
Jasmine Flury startet als einzige Schweizerin in der Top-Gruppe und zeigt sich im Vergleich zum Verletzungscomeback am Vortag deutlich verbessert: Als beste Schweizerin verpasst sie die Top 10 nur knapp – ein Lichtblick für die Abfahrts-Weltmeisterin von 2023.
Einen leisen Dämpfer muss dagegen Malorie Blanc hinnehmen: Die Walliserin streut nach einem guten Start zu viele kleine Fehler ein und verliert dadurch kontinuierlich Zeit.
Weiter nicht wirklich wohl auf der Corviglia fühlt sich Priska Ming-Nufer: Die Zentralschweizerin kommt von Beginn weg nicht auf Touren und verliert bis ins Ziel viel Zeit. So sind die Spitzenplätze weit weg.
Auch Delia Durrer und Jasmina Suter handeln sich bereits im obersten Streckenteil eine grosse Hypothek ein und landen damit ausserhalb der Top 20. Gerade für Suter ist das nach Rang 16 am Vortag ein Rückschlag. Als 39. verpasst sie die Punkte ebenso wie Janine Schmitt und Stefanie Grob.
Ein Ausrufezeichen setzt dagegen Joana Hählen: Die Berner Oberländerin legt mit der hohen Startnummer 45 einen guten Auftritt hin und macht im unteren Teil noch einige Ränge gut. Der Lohn: Sie holt einige Weltcup-Punkte.
Die Stimmen der Schweizerinnen (gegenüber SRF)
Jasmine Flury: «Gestern war wirklich sehr emotional. Ich war froh, dass ich mich heute konzentrieren konnte. Ich bin heute besser in den Rennmodus gekommen.»
Malorie Blanc: «Ich hatte eine super Vorbereitung im Sommer. Ich weiss, dass ich gut fahren kann und wenn ich es nicht so zeige und dieses Gefühl nicht habe, ist es ein bisschen schade. Aber ich habe viel gelernt und das ist das Wichtigste. Ich muss daran arbeiten.»
Das gab zu reden
Schon früh zeigt sich: Die Corviglia-Piste ist nicht ganz so schnell wie am Vortag. Kaum eine Athletin unterbietet die eigene Zeit vom Freitag. Eine Ausnahme: Emma Aicher, deren Siegerinnenzeit aber rund eine halbe Sekunde über derjenigen von Vonn in der ersten Abfahrt liegt. Weil die US-Amerikanerin gleichzeitig aber rund 75 Hundertstelsekunden langsamer ist, muss das die Deutsche nicht weiter kümmern.
Die Bedingungen
Wie schon bei der ersten Abfahrt herrschen im Engadin perfekte Ski-Bedingungen. Strahlender Sonnenschein und Temperaturen um den Gefrierpunkt sorgen für ein insgesamt faires Rennen, auch wenn der obere Teil mit der Zeit etwas langsamer wird.
So gehts weiter
Nach zwei Abfahrten findet das Speed-Wochenende in St. Moritz am Sonntag mit dem Super-G seinen Abschluss. Die erste Athletin wird dann um 10.45 Uhr ins Rennen starten.



