Das Podest
1. Corinne Suter (Sz) 1:31,62
2. Nina Ortlieb (Ö) +0,11
3. Sofia Goggia (It) +0,24
Das Rennen
Schweizer Freudentag in den Pyrenäen! Corinne Suter erlöst für das Schweizer Frauen-Speedteam und gewinnt die Abfahrt in Soldeu. Es ist auch eine persönlich eine Erleichterung, denn ist ihr erster Weltcupsieg seit Dezember 2022 (Super-G in Lake Louise). Die letzte Abfahrt, die sie gewinnen konnte war vor ziemlich genau vier Jahren in Garmisch-Partenkirchen (De). Darüber hinaus ist es nicht nur der erste Schweizer Sieg in der Königsdisziplin in dieser Saison, sondern der erste Podestplatz überhaupt – endlich.
In den ersten drei Streckenabschnitten trocknet die Schwyzerin alle Konkurrentinnen ab. Keine kommt an ihre Zeiten heran, nicht einmal Emma Aicher, die nach dem verletzungsbedingten Saisonende von Lindsey Vonn die beste Abfahrerin der Saison am Start ist (siehe «Das gab zu reden»). Einzig im vierten Sektor lässt Suter Zeit liegen, wodurch einige Athletinnen wie Olympiasiegerin Breezy Johnson kurzzeitig wieder herankommen. Im Ziel bleiben aber alle hinter der Schweizerin, die zum vierten Mal eine Abfahrt gewinnt.
Am nächsten kommen ihr Nina Ortlieb, die am Donnerstag im Training als einzige schneller war als Suter, und Sofia Goggia. Für Ortlieb ist es der dritte Abfahrtspodestplatz, der erste seit Lake Louise 2022. Goggia ist da schon podesterprobter, die Italienerin steigt zum 39. Mal auf das Abfahrts-Treppchen.
Die Schweizerinnen
17. Malorie Blanc +1,95
23. Priska Ming-Nufer +2,34
24. Delia Durrer +2,87
DNF: Janine Schmitt
Malorie Blanc war bis vor diesem Rennen die letzten Weltcupsiegerin. Doch so gut wie im Super-G in Crans-Montana läuft es ihr in den Pyrenäen nicht. Sie startet verhalten und macht dann auch noch einen Fehler, der sie zeit kostet. Im Ziel sind es fast zwei Sekunden Rückstand auf Leaderin Suter.
Mit viel Rückstand geht Janine Schmitt nach einer durchzogenen Fahrt in die zweite Streckenhälfte. In einer Linkskurve stürzt sie dann allerdings. Sie knallt ins Tor und bleibt in der Folge im Schnee sitzen – sie hält sich das Knie. Kurz darauf steht sie und zieht sich aufgrund des ausgelösten Airbags den Skianzug aus. Es scheint aber nichts Schlimmeres passiert zu sein, die 25-Jährige fährt selber runter.
Delia Durrer handelt sich bis zur Rennhälfte schon fast zwei Sekunden Rückstand ein – bis ins Ziel kommt nochmals eine dazu. Kein zweiter Top-20-Platz für die 22-jährige Innerschweizerin in diesem Winter.
Stand nach 30 Fahrerinnen
Die Stimmen
Corinnes Suter (nach 15 Fahrerinnen): «Ich wollte mich auf mich konzentrieren, ich hatte ein gutes Gefühl die letzten zwei Tagen. Ich hatte heute grosse Freude am Skifahren. Ich habe das umgesetzt, was ich im Training noch angeschaut habe. Es ist wichtig, hier den Grundspeed zu halten. Ich wusste, dass eine vordere Nummer von Vorteil sein wird.»
Malorie Blanc: «Ich kann momentan im Rennen nicht so frei fahren, wie zum Beispiel im 1. Training. Ich kann es mir nicht erklären. Ich glaube, es ist ein Lernprozess. Ich bin aber schon ein bisschen frustriert. Es ist ein bisschen schade, aber das Gute ist, dass es noch Potenzial nach oben gibt.»
Janine Schmitt: «Ich wollte angreifen, was mir mehr oder weniger gelang. Irgendwie hat der Ski dann gegriffen, aber ich weiss noch nicht genau, was passierte. Es war das erste Mal das der Airbag aufging. Er hat ziemlich gedrückt, deshalb musste ich aus dem Anzug raus.»
Das gab zu reden
Gibt es ein deutsches Duell um die Abfahrtskugel? Weil Lindsey Vonn nach ihrem Horror-Sturz in der Olympia-Abfahrt für den Rest des Winters ausfällt, sind auf einmal Emma Aicher (22) und Kira Weidle-Winkelmann (30) die beiden besten Abfahrerinnen der Saison. In Soldeu hat Aicher klar die Nase vorne und vergrössert dadurch ihren Abstand auf ihre acht Jahre ältere Landsfrau.
Die Bedingungen
Prachtswetter in den Pyrenäen. Es ist sonnig und windstill, mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt aber etwas wärmer. Eine früher Startnummer ist daher ein Vorteil – was Suter mit ihrer Fahrt bestätigt.
So gehts weiter
Keine Verschnaufspause für die Speed-Stars. Am Samstag steht der Ersatz-Super-G für Zauchensee auf dem Programm, am Sonntag dann der von Anfang an geplante. Rennstart ist jeweils um 10.15 Uhr.



