Frühes Out des Slalom-Cracks: Meillard scheitert schon beim dritten Tor(00:20)

Reusser analysiert Slalom-Pleite
«Habe die Mentalität von Wendy Holdener vermisst»

Swiss-Ski-Alpinchef Walter Reusser analysiert den enttäuschenden Auftritt seiner Slalom-Männer.
Publiziert: 19.02.2023 um 17:50 Uhr
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Aktualisiert: 20.02.2023 um 12:54 Uhr
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Riesenslalom Vize-Weltmeister Loïc Meillard sorgt im Slalom für einen kapitalen Fehlstart.
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Marcel W. PerrenSki-Reporter

Obwohl Georges Schneider 1963 mit nur 37 Jahren bei einem Jagdunfall in der Innerschweiz verstarb, ist sein Name vor dem letzten WM-Rennen in Courchevel in aller Munde. Warum? Schneider hat 1950 in Aspen als letzter Schweizer WM-Gold im Slalom gewonnen. Deshalb wird vor dem WM-Slalom auf vielen TV-Kanälen darüber diskutiert, welcher Schweizer die Legende aus dem Neuenburger-Jura beerben könnte. Kitzbühel- und Madonna-Sieger Daniel Yule (30) und Chamonix-Triumphator Ramon Zenhäusern (30) werden am häufigsten genannt. Aber auch Riesenslalom-Vize-Weltmeister Loïc Meillard (26) hat vor der WM im Slalom überzeugt (2. in Wengen, 3. in Val-d’Isère).

Meillard hat auch Yule eingebremst

Doch der Unterwalliser sorgt im letzten Akt dieser Titelkämpfe für einen kapitalen Schweizer Fehlstart: Meillard scheitert mit der Startnummer 1 am dritten Tor. Und mit diesem Blitz-Out bringt er auch Yule aus dem Konzept. «Weil Daniel mit der 2 ins Rennen gegangen ist, hat er vom Starthaus aus gesehen, wie Loïc in diesem steilen Abschnitt gescheitert ist. Danach hat ihm der Mut gefehlt, um auf diesem Hang kompromisslos Gas zu geben», glaubt Siegfried Voglreiter, Rennleiter von Yules Ausrüster Fischer. Der 24. Rang ist das ernüchternde Endergebnis für den 30-Jährigen.

Ramon Zenhäusern geht mit der Nummer 3 ins Rennen. Er liefert einen ordentlichen Wettkampf ab und verliert in der Endabrechnung auf den neuen Weltmeister Henrik Kristoffersen knapp sieben Zehntel. Trotzdem muss sich der Bürchner mit dem neunten Rang begnügen, während der Waadtländer Marc Rochat 14. wird. «Meine Vorfreude hat unmittelbar nach der Startnummer-Auslosung einen Dämpfer erhalten, weil die Nummern 1 bis 3 auf einem Hang, der im Weltcup noch nie befahren wurde und deshalb für die meisten Athleten Neuland darstellt, eher ungünstig sind», betont Swiss-Ski-Alpinchef Walter Reusser.

Es lag nicht nur an den frühen Startnummern

Der Berner sucht die Erklärung für das enttäuschende Ergebnis aber nicht nur bei den Startnummern: «Kristoffersen war nach dem ersten Lauf nur 16., Rochat und Zenhäusern waren bei Halbzeit vor dem Norweger klassiert, Yule lag knapp fünf Zehntel hinter Henrik. Aber während Kristoffersen mit einem All-in-Lauf den ganz grossen Sprung gemacht hat, habe ich bei unseren Athleten diese Alles-oder-nichts-Mentalität, wie sie Wendy Holdener bis zu ihrem unglücklichen Slalom-Ausfall am Vortag gezeigt hat, vermisst.»

Gelegenheit zur Wiedergutmachung haben unsere «Zick-Zacker» bereits am nächsten Wochenende beim vorletzten Weltcup-Slalom in Palisades Tahoe (USA). Daniel Yule liegt derzeit in der Disziplin-Gesamtwertung an zweiter Stelle und könnte als erster Schweizer seit Dumeng Giovanoli (82) 1968 die Slalom-Kugel gewinnen.

Benjamin Soland
Alle Infos zur Ski-WM 2023

In Courchevel und Méribel findet das Ski-Highlight des Winters statt. Hier findest du alles, was du über die Ski-WM 2023 wissen musst.

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