Erster Riesen nach Hiobsbotschaft: Rast (5.) stark
Rast lässt verletzte Gut-Behrami fast vergessen

Riesenslalom Nummer 1 nach dem Ausfall von Lara Gut-Behrami (34). Gehen die Schweizerinnen ein? Nein. Gelingt ihnen ein Exploit? Auch nicht. Camille Rast (26) wird Zehnte und ist neue Teamleaderin.
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Camille Rast zeigt ihren zweitbesten Riesenslalom der Karriere: Platz 5! Die Walliserin überzeugt trotz Hüftproblemen und wenig Training.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

  • Camille Rast zeigt starke Leistung trotz Hüftproblemen im Riesenslalom
  • Rast wird Fünfte in Copper Mountain, verbessert sich gegenüber Saisonauftakt
  • Alice Robinson dominiert und hat fast eine Sekunde Vorsprung
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Als Camille Rast am letzten Sonntag beim Hotel am Flughafen Zürich eincheckt, will sie nur etwas: schlafen. Nach einem langen Slalom-Tag in Gurgl (Ö) ist sie müde. Klar, der dritte Platz ist stark und gibt Energie. Gleichzeitig weiss Rast, dass ihre immer noch lädierte Hüfte Erholung und Therapie braucht.

«Mal geht es ihr besser, dann schlechter. Ich weiss nie, was kommt», sagt die 26-Jährige. Nach Siegerehrung, Interviews und 300 Auto-Kilometern erreicht sie spätabends ihr Ziel. Doch die Nacht ist kurz, schon am frühen Morgen hebt das Flugzeug in Richtung Denver (USA) ab. «Ich bleibe positiv, denn ohne Spass wird sowieso nichts besser. Im Gegenteil.»

Und am Samstag? Da beweist Rast beim Riesenslalom in Copper Mountain (USA) Kampfgeist und Klasse. Sie wird starke Fünfte – und das, obwohl sie wegen ihrer Verletzung kaum trainieren konnte. Gegenüber SRF meint sie: «Ich war glücklich, als ich im Ziel Grün gesehen haben. Das ist ein guter Schritt nach vorne.»

Bald das Podest? «Ein anderes Mal»

Dabei wirkt Rast im ersten Lauf auf diesem für alle neuen Weltcup-Hang noch eingerostet. «Da war wohl ein bisschen zu viel Respekt dabei.» Ihr Halbzeit-Rückstand als Zehnte aufs Podest beträgt 66 Hundertstel – keine Weltreise. Und die Walliserin kündigt an: «Da liegt noch viel drin.»

Da hat sie recht. Die Top-3-Trauben hängen allerdings zu hoch. Weder an Siegerin Alice Robinson (23, Neus) noch an die Zweite, Julia Scheib (27, Ö), kommt sie ran. Auch die drittplatzierte Thea Louise Stjernesund (29, No) ist besser. «Vielleicht klappts ein anderes Mal», so Rast. Dabei darf man nicht vergessen. Rast war im Riesenslalom erst einmal besser – vor einem Jahr als Dritte in Killington (USA).

Ohne Gut-Behrami wächst der Druck

Rast ist nach dem Ausfall von Lara Gut-Behrami (34) ab sofort Teamleaderin im Schweier Riesenslalom-Team. Das wird noch lange so bleiben. Mit diesem Druck dürfte sie problemlos umgehen – Rast ist enorm reif und wird fast nie nervös.

Wichtig wäre, dass die anderen Schweizerinnen in ihrem Sog Gas geben. In Copper Mountain gelingt das teilweise. Wendy Holdener (32) wird 18. und meint: «Ich nehme viele gute Kurven mit – darauf kann ich aufbauen.» Vanessa Kasper (28) landet auf Rang 25, Sue Piller (20) verpasst den zweiten Lauf um zwei Hundertstel – bitter.

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